Die Kerbburschen entpuppen sich (19.10.2006)

 

Die Kerbburschen „entpuppen“ sich

Kirchweih: Ein verzeihlicher Mord mit Ansage

Dietzenbach (mcr) * Die Täter hatten ihr wehrloses Opfer angezündet, einfach so, und dann auch noch genüsslich zugesehen. Doch der Mord aus dem letzten Jahr blieb ungesühnt. Alle 2005er-Kerbburschen sind auf freiem Fuß. Und jetzt rotten sie sich wieder zusammen, um zur Kerb 2006 das nächste arme Kerlchen ins Jenseits zu befördern. Es wird ein Mord mit Ansage, der Termin steht: Dienstag, 31. Oktober, 20 Uhr, an der „Licher Pilsstube“ – Kerbbobb-Verbrennung. Vorher wird natürlich gefeiert und weiteren Traditionen gehuldigt, die schon verloren geglaubt waren. Der aktuelle ist erst der dritte Kerbburschen-Jahrgang der Neuzeit; vorher hatte die Kirchweih 22 Jahre ohne Kerbburschen überdauern müssen. Die Ecke Frankfurter Straße / Weiherstraße, wo die Pilsstube als Freudenquell lockt, hat sich als Hauptquartier der Bande etabliert. Mehr als ein Dutzend Mannen zählt sie, es sind die selben wie im vergangenen Jahr. Erst 2007 wird der Wechsel vollzogen. Ein Grund mehr, jetzt richtig auf die Pauke zu hauen. Alles beginnt mit der Kerb-Ansprache am Freitag, 27. Oktober, um 21 Uhr vor der Pilsstube. Am Samstag, 28. Oktober, trotzt die Kerbgesellschaft im Festzelt am Feuerwehrmuseum (Rathenaustraße) ab 15 Uhr der sportlichen Abstinenz bei der Kerbzelt-Olympiade. Und der Sonntag, 29. Oktober, beginnt mit dem Weckruf um 9 Uhr, dem die Kerbburschen einen musikalischen Sturm durch Altstadt und Westend folgen lassen, um Kuchen an die ge- und erweckten Zeugen zu verkaufen. Bis Montag, 30. Oktober, bleibt Zeit zur Regeneration. Dann allerdings will der Sängerfrühschoppen im Wirtshaus „Zur Linde“ (Darmstädter Straße) gefeiert werden – Gelegenheit, vor der Kerbbobb-Verbrennung alle Hemmungen herunterzuspülen.

 

Quelle: Offenbach Post 19.10.2006