Christian Frenz „Christiansen“ – Kerbborsch 1981, 1982 und 2004 – Gründungsmitglied des Kerbvereins
Christian, Kamerad und vielen ein guter Freund ist im Alter von nur 59 Jahren nach kurzer schwerer Erkrankung von uns gegangen. Trotz „eingeplackter“ Berliner hat er sich in der Jugend sehr schnell in das Ditzebäscher Geschehen eingelebt. Die Kerb, die Ehre und die Tradition lagen ihm sehr am Herzen, so war er Kerborsch 1981 und 1982. Als die Kerbtradition 2004 wieder erweckt wurde, war er sofort dabei.
Gerne hat er mit Allen gesungen und in der Zeit als es keine Kerbborsche gab war er doch alle Jahre tatkräftig dabei, als der Kerbbaum an der Licher Pilsstube gestellt wurde.
Kamerad schenk ein, nun muss ohne dich getrunken sein
Wir Kerbborsche und der Kerbverein
werden Dich niemals vergessen!
Kerbparre – Peter Maul (leider nicht auf dem Bild)
Kerbborsche – Stefan Willmann, Matthias Sundt, Karl Heinz Ahne, Jürgen Seib, Stephan Müller, Christian Frenz, Thomas Lehr, Manfred Leinberger, Stefan Glück, Stefan Stutzky, Lutz Weilmünster, Dieter Knecht, Veit Hain, Anton Hammerl, Jochen Biemüller
Kerbvadder – Horst Buch
Presse:
Dietzenbach lebte volle fünf Tage im „Kerbrausch“ (1982)-Dietzenbach lebte volle fünf Tage im „Kerbrausch“ Nach dem Aufstellen des Kerbbaumes begann für die 17 Kerbburschen der „Ernst des Lebens“. Bereits am Samstagmittag hatte die Konkurrenz den Strohmann aus […]
Kerb 1982- In den traditionellen Weckruf des Fanfaren- und Spielmannszuges zusammmen mit den Kerbburschen werden in diesem Jahr erstmals der Starkenburgring und die Rodgaustraße einbezogen. Bei Nebelnässen ging es am Sonntagmorgen […]
IN SCHLAFANZÜGEN UND NACHTHEMDEN (1982)-IN SCHLAFANZÜGEN UND NACHTHEMDEN weckten die Kerbborsche züsammen mit dem Fanfaren- und Spielmannszug am Sonntagmorgen die Dietzenbacher Bürger auf. Start war in der Dreieichstraße, Ziel das Kerbezelt in der Schäfergasse. […]
Kerbbop 1982- DEN STRÜHHUT KECK in die Stirn gezogen, ein herzhaftes Lächeln im Gesicht, so präsentiert sich die Kerbbop 1982. Stefan Müller, einer von den Kerbborsche zieht der Puppe gerade mit […]
Warnung: Das Kerb-Fieber grassiert in Dietzenbach (21.10.1982)- Warnung: Das Kerb-Fieber grassiert in Dietzenbach Kerbburschen ’82 trainieren schon kräftig für den „Ernstfall“ vom 29. Oktober bis 2. November Dietzenbach(lu).- Hinweisschilder an vielen Dietzenbacher Geschäften sind nicht die […]
Die „Kerbbopp“ lebt (1982)- Die „Kerbbopp“ lebt „Trinkfest, aber nicht arbeitsscheu“ sind die 17 Kerbburschen, die in Dietzenbach das diesjährige 228. Kirchweihfest kräftig mitgestalten werden. Arbeitsscheu schon deshalb nicht, weil sie […]
Kerbborsche – Jochen Biemüller, Stefan Glück, Stephan Müller, Bernd Bertelsmann, Hans Peter Schmidt, Jürgen Seib „Kuche“, Wolfgang Kother, Harald Dutine, Thomas Sundt, Christian Frenz, Stefan Willmann, Thomas Lehr (leider nicht auf dem Bild)
Kerbvadder – Horst Buch
Presse:
Zum 227. Mal Kerb gefeiert (3.11.1981)-Die Tradition der „Kerbborsche“ lebte wieder auf Dietzenbach (gs) — „Wieder einmal ist’s so weit — zur Kerb wir treffe uns, ihr Leit!“ — Mit dieser traditionellen Einleitung der Kerbrede […]
Dietzenbach (gs) — „Wieder einmal ist’s so weit — zur Kerb wir treffe uns, ihr Leit!“ — Mit dieser traditionellen Einleitung der Kerbrede eröffnete der „Parre“ (Kerbpfarrer) am Freitagabend bei Kerbvadder Buch nachdem Aufrichten des Kerbbaumes in der Frankfurter Straße das diesjährige Dietzenbacher Kirchweihfest. Es ist die 227. Kirchweih‚ und vor zwei Jahren lebte in Dietzenbach die alte Tradition der Kerbburschen wieder auf, die nach dem Krieg weitgehend in Vergessenheit geraten war.
Jakob Keim aus der Bahnhofstraße, einer der wenigen echten Dietzenbacher, die es noch gibt, berichtete uns, wie die Kerb früher gefeiert wurde. Schon Wochen vorher wurde über die Kerb gesprochen und alles hergerichtet. Acht Tage vorher wurde der Kerbochs im Ort herumgeführt. Freitags vor der Kerb ging in den Häusern das Kuchenbacken los, vom Hausboden kam der Backtrog herunter und die Mutter hat dann feste „eingeschmiert“ und gebacken. Am Samstagabend wurde der Baum geputzt und der Kerbkranz mit Selleriekraut gewickelt.
Mit Gesang wurde dann dieser Kerbkranz durch den Ort getragen, Sonntagnachmittag war Kerbumzug. Mit Musik, Baum und Kranz ging es durch die Ortsstraßen zum Vereinslokal, dort wurde die Kerbrede gehalten. Dabei wurde alles, was das Jahr über passiert war. durch den Kakao gezogen und nach jedem Satz kam der Spruch: „Kamerad schenk ein, es muß einmal getrunken sein“. Den Bauern rief der Kerbbursch zu: „Laßt euch nicht geliste‚ eure Magd vor Dienstag in den Stall zu schicke um zu miste. Und ihr Musikanten spielt recht laut. Ebert, laß den Baß recht brumme, daß sie alle auf unsere Kerb komme.“ Nachdem der Kerbbaum dann aufgestellt war, begann der Tanz. Sieben Tanzsäle gab es damals in Dietzenbach und alle waren voll bis auf den letzten Platz.
Vor zwei Jahren nun hat der Ildt-Club – eine Dietzenbacher „Schoppen-Fußballmannschaft“ – diese alte Tradition wieder aufleben lassen, und die jungen Burschen wurden dabei von den alten Dietzenbachern kräftig unterstützt. Die Begeisterung, mit der auch der diesjährige Kerbburschen-Jahrgang an diese selbstgestellte Aufgabe heranging, ist zu bewundern. Denn diese vier „tollen Tage“ sind für die Kerbburschen gewiß kein Zuckerschlecken. Erstmals in diesem Jahr zog auch ein Mädchen mit den 13 Burschen als „Kerbjungfrau“ durch die Dietznbacher Lokale. Nur am Bau der Kerbbopp – die Puppe, die auf dem Kerbbaum befestigt, wachsam von den Burschen gegen Diebstahl durch rivalisierende Gruppen geschützt wird – war Kerbjungfrau Christine Schmidt nicht beteiligt. Denn nach der alten Überlieferung darf die Bopp nicht von Frauenhand berührt weren.
Am Samstagnachmittag war Aufbruch der Burschen zur „Kneipkur“. Abends hatte die Turngemeinde zum traditionellen Kerbtanz auf den Wingertsberg geladen. Mit gekonnter musikalischer Unterstützung der „Bellflowers“, die fast schon „Hauskapelle“ auf den Wingertsberg geworden sind, schmetterten auch hier die Kerbburschen ihre – zum Teil recht deftigen – Lieder in das Publikum. Bis in die frühen Morgenstunden wurde auf dem Wingertsberg „geschwooft“ und es blieb den Burschen dann nicht mehr allzuviel Zeit, sich für den traditionellen sonntäglichen Weckruf fertigzumachen. Weil die bisherige Erfahrung lehrte, daß der Weckruf durch die Dietzenbacher Straßen nicht mehr von den Kerbburschen allein bewältigt werden kann, da sich inzwischen fast alle Stimmen der Burschen durch Alkohol und Gesang „stillschweigend verabschiedet“ haben, ist es der Dietzenbacher Fanfaren- und Spielmannszug, der dabei für die nötige Lautstärke sorgt.
In Schlafgewändern und Nachtmützen wird dieser Umzug (und Umtrunk) durch. die Stadt „zelebriert“ Am Schluß dieses „Schlafwandlerzuges“ marschieren die Kerbburschen und verkaufen ihren „Riwwelkuchen“ (Streuselkuchen) und bessern damit ihre Kerb-
kasse etwas auf. Ein ganzer Handwagen voller Kuchen wird auf diese Weise unters Volk gebracht.
Am Montagmorgen nahm das Kirchweihtreiben seinen Fortgang: Zum traditionellen Frühstückholen durch die Dietzenbacher Geschäfte trafen sich die Kerbburschen, und dieses Frühstück wurde dann anschließend beim Frühschoppen beim Kerbvadder Buch gefeiert. Und auch der Dietzenbacher Gesangverein „Sängerkranz“ traf sich im alten Traditionslokal „Zur Linde“ zum Kerbfrühschoppen. Zum Kerb-Dämmerschoppen kamen am Dienstagabend die Senioren im Reinhard-Göpfert-Haus zusammen. Bei Hering oder Hausmacher Wurst bot auch hier der „Sängerkranz“ die musikalische Untermalung und anschließend spielte die Dietzenbacher Rentnerband zum Tanz auf. Auch die Senioren hatten wieder eine Kerbbopp gebastelt und sie wurde nach Einbruch der Dunkelheit — unter Assistenz der Kerbburschen — feierlich verbrannt.
Auch im evangelischen Gemeindehaus an der Kirche – dem eigentlichen Ursprung dieses Kirchweihfestes – war die Gemeinde zum traditionellen Kerbschoppen versammelt. Den endgültigen Ausklang der Kerb veranstalteten die Kerbburschen mit dem Verbrennen ihrer Kerbbopp am Dienstagabend am Trinkborn. Mit einer „unheimlich traurigen“ Grabrede und unglaublich viel Apfelwein unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde damit die diesjährige Kerb zu Grabe getragen.
Kerbzentrale – mit Kerbbaum und der Kerbbopp vor der Tür – war auch in diesem Jahr wieder die „Licher Pilsstube“ von Kerbvadder Buch in der Frankfurter Straße. Foto: Giesa
Quelle: Offenbach Post 3.11.1981 (Sammlung Karl Heinz Kunz)
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