Warnung: Das Kerb-Fieber grassiert in Dietzenbach (21.10.1982)

 

Warnung: Das Kerb-Fieber grassiert in Dietzenbach

Kerbburschen ’82 trainieren schon kräftig für den
„Ernstfall“ vom 29. Oktober bis 2. November

Dietzenbach(lu).- Hinweisschilder an vielen Dietzenbacher Geschäften sind nicht die einzigen Indizien dafür, daß in der Stadt wieder das Kerb-Fieber grassiert. Auch die diesjährigen Kerbburschen – 17 Mann stark – bereiten sich bereits seelisch und konditiorıell darauf vor, die harten Tage der Dietzenbacher Kerb vom 29. Oktober bis 2. November einigermaßen lebendig zu überstehen. Und das „Programm“, das die Kerbbursehen auch diesmal wieder zu bewältigen haben – abgesehen einmal von ihren Besuchen bei vielen anderen Aktivitäten in der Stadt – läßt ein planmäßiges Härtefall-Training angezeigt erscheinen. Das Schlagen des traditionellen Kerbbaurnes bildet am Freitag, 29. Oktober den offiziellen Auftakt für die Kerbburschen, die sich dazu um 15 Uhr beim „Kerbvadder“ Buch in der Kerbzentrale, der Licher Pilsstube (Frankfurter Straße) treffen (inoffiziell finden sich die Kerbburschen bereits am Freitag. 22. Oktober, um 20 Uhr bei Stefan Müller in der Beethovenstraße 12. zum Bau der Kerbpuppe ein). Der geschmückte Kerbbaum mit der Kerbpuppe wird dort dann um 17 Uhr aufgestellt, und um 20 Uhr wird der Kerbpfarrer Peter Maul die Ansprache halten, bevor man in der Zentrale den Kerbeinklang kräftig feiern wird. Am Samstag, 30. Oktober, steht als Treffpunkt um 14 Uhr der Stadtbrunnen fest. Von dort aus startet man zum Kerhrundgang durch die Stadt, gegen 16 Uhr wird zur „Kneipkur“ durch alle Dietzenbacher Wirtshäuser angetreten bevor die Kerbbursclien dann in einem „Stimmungseinlauf mit Polonaise“ gegen 21 Uhr beim Kerbball in der TG-Halle auf dem Wingertsberg einfallen wollen. Am Sonntag, 31.0ktober heißt es „früh aufstehen“, denn um 9 Uhr geht es auf zum Weckruf, voraus der Spielmanns- und Fanfarenzug Dietzenbach und hinterher alle „Kerbborsche“, die ihren „Kerbkouche“ verkaufen. Anschließend gibts Mittagessen heim Kerbvadder, gefolgt von einem „Verdauungsspaziergang“ über den Kerbplatz in der Landwehrstraße und an der Harmonie sowie einem abendlichen Umtrunk in der Kerbzentrale. Am Montag wird ab 10 Uhr zum Frühschoppen eingeladen, derweil die Kerbborsche sich nach dem traditionellen „Einholen“ des Frühstücks eine solide Grundlage schaffen für die abendliche Kneipkur mit Endstation beim Kerbvadder. Am Dienstag, 2. November,wird es nach einem letzten Frühschoppen dann „todtraurig“, denn um 14 Uhr geht es ans Holzholen für den Scheiterhaufen, auf dem die „Kerbbopp“ ihr Ende finden soll. Nachdem man gegen 18 Uhr im Göpfert-Haus den „Seniorenkerbborsch“ verbrannt hat, wird sich gegen 20 Uhr ein Trauerzug zum Trinkborn in Bewegung setzen. „Kerb ’82“ ist der Titel der sich anschließenden Grabrede von „Kerbparre“ Peter Maul, bevor dann der Kerbpuppe unter Heulen und Zähneknirschen der trauernden Kerbgemeinde auf dem Scheiterhaufen der Garaus gemacht wird und die am Boden zerstörten Trauergäste am Heringsessen in der Kerbzentrale teilnehmen. Und noch ein Nachtrag: Das Treffen aller kerbgeschädigten Dietzenbacher Bürger am Mittwoch, 3, November, zum traditionellen Ausnüchterungslauf Dietzenbach – Vélizy ist um 8.63 Uhr. Treffpunkt ist das Dietzenbacher Hallenbad.

 

 

„Zeltkerb-Premiere“

Dietzenbach(Iu).- Für eine Premiere zur diesjährigen
Kerb sorgt der Fanfaren- und Spielmannszug Dietzen-
bach: Er lädt alle Alt- und Neudietzenbacher vom 30.
Oktober bis zum 1. November zur „1. Dietzenbacher Zelt-
kerb“ in das beheizte Festzelt ein, das in der Schäfergasse
aufgebaut werden soll. Dazu haben sich die Spielleute
einiges einfallen lassen.

So spielt am Kerbsamstag um 14 Uhr der Fanfaren- und Spielmannszug zur Eröffnung der Zeltkerb in der Schäfergasse, am Abend geht es dann mit der Gruppe „Frustschutz“ weiter, die 20 Uhr zum Tanz aufspielt. Diese junge Dietzenbacher Band hat bereits schon einmal bei einer Veranstaltung der Spielleute im Sommer dieses Jahres mitgewirkt und damals mit ihren Oldies aus den 60er Jahren die Gäste begeistert. Der Kerbsonntag beginnt für den Spielmannszug mit dem bereits zur Tradition gewordenen Weckruf, bei dem die Spielleute in Nachthemden und Schlafanzügen zusammen mit den diesjahrigen Kerbburschen und entsprechender musikalischer Untermalung durch die Straßen der Stadt ziehen. Im Zelt findet ab 10 Uhr ein Frühschoppen statt. wobei Georg Raab mit seiner Gitarre für Musik sorgt, bevor abends ab 20 Uhr zu den Klängen der Dietzenbacher Rentnerband wieder das Tanzbein geschwungen werden darf. Nach einem Frühschoppen im Festzelt am Kerbmnntag – das Ende ist dabei vollig offen – bittet  der Spielmannszug ab 19 Uhr nochmals die Dietzenbacher Bevölkerung zum Tanz im Zelt mit der Gruppe „Frustschutz“. Auch für reichlich Essen und Trinken versprechen die Verantwortlichen des Spielmannszuges sorgen zu wollen.

 

Dietzenbacher Stadtpost 21.10.1982