Autor: admin
Gargamel Gubbelgans- machs gut…
Gargamel Gubbelgans- machs gut…

Nachdem unsere Kerbborschen gestern Abend den Kerbschoppen-Gästen im Gemeindehaus der Christuskirche einen Besuch abgestattet hatten, liefen sie laut singend mit ihren Fackeln zurück zu ihrer Kerbzentrale, die „Auszeit“.
Dort wurden sie schon von Kerbmodder Kerstin Hummel, Kerbvadder Ralf Michel und vielen interessierten Bürgern erwartet.
Parre Vitus von Dietzebach hielt die feierliche Grabrede in strömendem Regen vor ca. 50 Schaulustigen. Er berichtete über die Kerbvorkommnisse und übte unmissverständlich Kritik an der Zusammenlegung der Kerb und des verkaufsoffenen Sonntags. Der Baumarkt und das Einkaufszentrum waren voll und der Kerbplatz sowie das Feuerwehrzelt waren wie leergefegt. So etwas darf nicht noch einmal passieren.
Anschließend wurden die neuen Kerbborsche 2014: Markus Andreas Neumann, Tim Wendel, Tom Arnold, Tobias Jungermann, Julian Bauer und Markus Gleißberg sowie die neue Zischeunern Jennifer Christoph von Vitus eingesegnet. Alle zusammen übergaben im Anschluss unseren Gargamel Gubbelgans dem Feuer.
Während Gargamel’s Seele in den Himmel fuhr, sangen alle Borsche mit feuchten Augen zusammen mit dem Publikum das Dietzenbacher Kerblied. Hier und da vernahm man Schluchzen und Weinen.
Vielen Dank an unsere Gönner, ohne die die Kerb nur halb so schön gewesen wäre.
Wem war die Kerb – Unser….
Dietzenbach – November 2013
Sponsoren 2013
Vielen Dank an alle, die unsere Kerb unterstützt haben
Jahrgang 2013
2013

Foto : Matthias Towae – Quelle: Offenbach Post
Motto – „Stiefelche muss sterwe“
Kerbbobb – Gargamel Gubbelgans
Kerbparre – Michael Hain- Vitus von Dietzebach und Tim Ruscher – Parrer von Stone Hill
Kerbborsche – Stefan Lieberth, Tim Wendel, Ruben Wollsiffer und Marc Späth
Gefolge – Lisa Sundt – Zischeunern und Niklas Fey- Der Bär
Kerbmodder – Kerstin Hummel
Kerbvadder – Ralf Michel
Ehrenkerbborsche – Klaus Weber und Christoph Zöllner
Kerbgode: Elke Weber
Jahrgangspulli – Bembel: schwarz mit roter Schrift
Presse:
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Bilder:
Was war noch los:
Der Vorstand 2013-2015
Vorstand
Bei der Jahreshauptversammlung am 15.02.2013 wurde ein neuer Vorstand gewählt:
Peter Maul wurde im Amt des 1ten Vorsitzenden bestätigt. Der Posten des 2ten Vorsitzenden bleibt bei Marion Ravensberger. Als Kassenwart wurde Marco Krebs ernannt. Das Amt des Pressewarts ging an Uwe Schmedemann. Beisitzer wurde Dennis Samarzija.
Wir wünschen dem neuen Vorstand viel Erfolg für die nächsten 2 Jahre.

Der neue Vorstand des Dietzenbach Kerbvereins (von links) Dennis Samarzija, Marco Krebs, Peter Maul, Marion Ravensberger und Uwe Schmedemann
Repräsentanten und Würdenträger
Kerbvadder / Kerbmodder
Sie sind natürlich nicht die Eltern der Borsche, aber fühlen sich für ihre anvertraute Brut während der Kerb und deren Vorbereitungszeit für sie verantwortlich. Sie haben immer ein heimeliges Plätzchen für die ausgezehrten oder abgestürzten Borsche. Sie versorgen sie mit nahrhaftem Essen und stehen ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite. In der heutigen Zeit übernehmen meist Wirtsleute diese anspruchsvolle Rolle. Früher haben dies teilweise die leiblichen Eltern eines Kerbborschen übernommen.

Horst Buch (1980) und Marion und Ralf Ravensberger (2009). Allesamt waren sie Wirte in der Licher Pilsstube
Kerbparre
Es ist der geistige Anführer der Kerbborschen. Er wird während der Kerbvorbereitungszeit von den Borschen gewählt. Gut, es kommt auch vor, dass er einfach von ihnen bestimmt wird, aber wichtig ist eigentlich nur, dass es einen gibt. Der Parre hat am Freitag die Aufgabe die Kerbrede zu halten und die Kerbbobb zu taufen. In dieser Rede fasst er zusammen, was in Dietzenbach im letzten Jahr so los wahr. Dabei bekommt bestimmt jeder sein Fett weg. Zum Abschluss steigt bewaffnet mit einem Schnaps auf eine Leiter und verkündet mit folgendem Spruch die Kerb als eröffnet:
„Die Sonne geht im Osten auf und geht im Westen unter
ich binn die Laider nuffgestiehe und stei se aach wieder nunner
doch wenn dies Gläschen nicht zerbricht
feiern wir unser Kirchweih nicht.
Hoch ist der Himmel, klein ist das Loch
dick ist der Stempel, anoi muß er doch“

Arthur Keim (1948)
Dann trinkt er das Gläschen aus und zerschmettert es. Er steigt von der Leiter und stimmt zusammen mit den Kerbborschen das Dietzenbacher Kerblied an. Während der Kerb leitet er die Aktionen der Kerbborschen Zum Abschluss der Kerb findet Dienstags traditionell die Kerbverbrennung statt. In diesem Rahmen hält der Parre die sogenannte Grabredd. In dieser Rede lässt er die Kerb Revue passieren und erzählt so einige Anekdoten. Falls es Kerbborschen-Anwärter für das nächste Jahr gibt, werde sie mit Klobürste und Wasser eingesegnet. Anschließend trägt der Parre die Dietzenbacher Version der Bergpredigt vor. Zum krönenden Abschluss richtet er seine weisen Worte an die Kerbbobb. Diese wurde bereits am Nachmittag vom Baum geholt und sieht bereits auf dem „Scheiterhaufen“ wartend, ihrem Ende entgegen. Er zündet den Scheiterhaufen an und alle Kerbborsche weinen um das Ende der Kerb.

vorher, nachher

Kerbparre von Rainer Rill(1979), Rainer Rill, Peter Maul und Reiner Wagner(2004), Markus Rill (2006), Benny Heidenreich (2007), Manuel Sundt (2008), Uwe Schmedemann und Marco Krebs (Fahnenjahrgang 2012)
Bembelträger
Der Bembelträger oder früher Munschank (es können bei großen Gruppen auch mehrere sein) ist verantwortlich für das Wohlbefinden auf Touren oder „Außen-Einsätzen“. Er führt stets einen gut gefüllten Bembel mit sich. Seine wichtigste Aufgabe ist es, dass dieser nie leer wird. Das bedeutet, dass z.B. bei der Kneipentour der Wirt, bei dem man sich befindet, angehalten wird, den Bembel vor dem Verlassen des Wirtshauses aufzufüllen.
Fahnenträger
Er trägt die Fahne des Kerbborschenjahrgangs, die z.B. das Motto des Jahrgangs unterstreicht.
Ehrenkerbborsch
Der Ehrenkerbborsch oder der Schirmherr wird von den Kerbborsche zusammen mit dem Vereinsvorstand ernannt. Es ist in der Regel ein Mann, der dem Verein oder der aktuellen Kerb einen großen Dienst erwiesen hat. Oft wurde diese Ehre z.B. dem amtierenden Bürgermeister verleihen, sofern er sich für diese Tradition mit allen Kräften einsetzt.
Der zu Ehrende muss an der Kerbansprache in schwarzer Hose und weißem Hemd erscheinen. Der Kerbparre ehrt ihn in einer kurzen Ansprache und legt ihm den traditionellen Hut und eine grüne Schärpe an. Anschließend wird er vom Kerbparre gesegnet. Während der Kerbzeit sollte er sich mit diesen Kerbattributen schmücken, dass es auch ein jeder sieht.
Gefolge
Das Gefolge besteht aus der Zischeunern, dem Bären und seiner Dompteuse. Das Gefolge unterstützt die Kerbborsche bei ihren Aktivitäten. Gerade beim Frühstück einholen spielen sie eine Hauptrolle
Zischeunern
Die Dietzenbacher hatten früher angeblich dunklere Haut als die Menschen in den anderen Dörfern und dazu schwarzes Haar. Das soll der Grund dafür sein, dass die Dietzenbacher von den Menschen aus den Nachbardörfern „Zischeuner“ tituliert wurden. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Dietzenbach zusammen mit Dudenhofen die einzigen protestantischen Dörfer im damaligen „Rod-Gau“ (Ein Untergau des Main-Gau) waren. Für die Katholiken waren die Protestanten „Heiden“ (Ungläubige). Und Heiden wurden damals mit Zischeunern in einen Topf geworfen. Übrigens lautet das dialektische Wort für Heiden in unserer Gegend „Hare“. Auch das ist eine Titulierung für uns Dietzenbacher. Es gibt noch viele Geschichten zu diesem Thema. Aber lange Rede kurzer Sinn: Wir Dietzenbacher haben eine gewisse Affinität zu dem Wort Zischeuner.
Die Kerbborsche haben seit nachweislich 1948 in ihrem Gefolge eine Zischeunern. Der Grund dafür könnte auch diese Sage sein:
“Zigeuner hat es Ende des 16. Jahrhunderts auch nach Umstadt in den Odenwald verschlagen. Dort lasen die Frauen den Dorfbewohnern die Zukunft und die Männer überfielen als Banden das eine oder andere Gut. Eines Tages rüsteten sich die christlichen Dorfbewohner und griffen nachts die Zigeuner an. Eine junge großgewachsene Zischeunern namens „Henni“ konnte zusammen mit ihrem Esel dem Gemetzel entkommen. Durch den Wald kam über Urberach auf einen Hügel. Dort lebte sie alleine viele Jahre. Sie kam zum Zukunftslesen und Heilen regelmäßig nach Dietzenbach. Die Menschen achteten die charismatische Zischeunern sehr und gaben ihr für ihre Weissagungen Essen und Dinge für das tägliche Leben. Aber keiner wusste wo sie lebte. Bis ihr eines Nachts der hiesige Förster folgte. Bald darauf kannten die Dietzenbacher ihren Lagerplatz. Sie besuchten die Zischeunern oft, holten Rat und versorgten sie. Aber eines Tages war sie verschwunden. Noch viele Jahre später sprachen die Menschen, die den Hügel aus der Ferne sahen, von dem Berg auf dem die Hexe wohnte. Seitdem trägt der Hügel den Namen Hexenberg.
Quelle: Zusammenfassung aus einem Artikel des Langener Wochenblatts Nr. 18 vom 2. Mai 1862
Wahrscheinlich angelehnt an diese Sage läuft in Dietzenbach die Zischeunern am Kerbsamstagmorgen mit den Kerbborsche durch die Altstadt. Dort erbettelt sie das Frühstück für sich, die Kerbborsche und das restliche Gefolge. Die Zischeunern begleitet die Kerbborsche auch während der Kerbzeit bei den Touren über den Kerbplatz.
Bär und Dompteuse
Der Bär symbolisiert die früher auf Kirchweihfesten üblichen Tanzbären. Dass der Bär nicht einfach so frei herumläuft und die Dietzenbacher in Angst und Schrecken versetzt, wird die Dompteuse auf das Tier aufpassen. Auf dem Kerbplatz freuen sich die kleinen Kerbbesucher immer gerne an einigen Kunststücken (Tanzen, Süßigkeiten verteilen…), die der Bär unter Aufsicht der Dompteuse aufführt.

Zischeunern und Bär 1948, Philip Woyke/Marwin Lux (2009) und Lisa Sundt/Jonas Kramer (2010)
Symbole unserer Kerb
Die Symbole unserer Kerb sind der Kerbbaum, der Kerbkranz von Männerhand, gewickelt aus Selleriekraut und behängt mit bunten Bändern und der Kerbbobb. Selbige ist von Männerhand aus Stroh und Heu ordentlich bekleidet herzustellen und dient als Wahrzeichen und Schutzpatron der Kerb und des jeweiligen Kerbjahrgangs.
Der Kerbbaum
Mittags am Kerbfreitag fahren die Kerbborsche in den Wald und fällen eine möglichst gerade gewachsene Fichte von ca. 10-20 m. Beim Fällen darf die Fichte nicht zerbrechen. Besonders die empfindliche Krone muss erhalten bleiben. Der Rest des Stammes wird entastet. Der so preparierte Kerbbaum wird z.B. Traktor und Rolle unter viel Gesang der Borsche durch die Stadt zum Aufstellplatz gebracht. Dort angekommen sollte er möglichst durch reine Manneskraft mit Hilfe von Stangen und Seilen aufgestellt werden. Traditionell gibt es nach der schweren Arbeit ein gepflegtes Bier und lecker Erbsesupp für alle Beteiligten.
Der Kerbkranz
Der Kerbkranz wird von Männerhand aus Selleriekraut gewickelt und mit bunten Bändern behängt. Die spezielle Technik des Kranzbindens kennen in unsere Stadt leider nur noch wenige Altkerbborschen.
Die Kerbbobb
Die Kerbbobb wird 2 Wochen vor der Kerb von ihren Kerbborschen, bei gleichsamen üben des Kerbliedgutes, gebaut. Unterstützt durch deftige Speisung meist in Form von Hausmacher Wurst und Handkäse. Als geeignetes Getränk dient natürlich passend zur Jahreszeit Soise, Rausche und Äbbelwoi. Gegen das ein oder andere Schnäpschen ist auf Grund der Außentemperaturen nichts einzuwenden. Sodann wird die Kerbbobb im Dunkeln unter Verschluss gebracht und vor fremden Einblicken geschützt. Auch wird an diesem Tag der passende Name zum Aussehen der Kerbbobb überlegt. Der Name sowie die Bobb werden bis zum Kerbantrinken geheim gehalten. Die Kerbbobb ist das Heiligtum des Kerbborschenjahrgangs und steht natürlich unter dessen Schutz.
So unterliegt dieses Brauchtum festen Regeln.
- Die Kerbbobb ist so am Kerbbaum anzubringen, dass es etwaligen Übeltätern schwer fällt sie von dort zu entführen. Ist ein Stellen des Kerbbaums nicht möglich, muss jedoch zu mindestens der Kranz aufgehängt sein, so dass darunter die Kerbbobb auf ihrem Stuhl ihren Platz findet.
- Taufe und Bekanntgabe des Namens der Kerbbobb beim Kerbantrinken
- Die Entführung der Kerbbobb erfolgt niemals durch am Kerbjahrgang beteiligte Personen.
- Der Klau darf nur von maximal 3 Personen begangen werden.
- Zum Diebstahl dürfen keine technischen und mechanischen Hilfsmittel benutzt werden.
- Wird man bei der Tat entdeckt, so muss unbedingt davon abgelassen werden.
- Ist die Tat geglückt, so darf vom jeweiligen Kerbjahrgang oder dessen Wirt eine Auslöse gefordert werden, die entsprechend der Personenzahl in Speis und Trank ausgegeben wird.
- Die Kerbbobb darf in keinem Fall Schaden nehmen und muss nach Einigung in ordnungsgemäßen Zustand wieder zurückgegeben werden. Keinesfalls darf sie eigenmächtig vernichtet werden.
- Die Vernichtung der Kerbbobb wird als Frevel und Ehrverletzung betrachtet und dementsprechend geahndet. Die Kerbbobb ist Eigentum der Kerbborsche oder des Kerbvereins.
- Die Kerbbobb wird vom jeweiligen Kerbparre zu Grabe getragen und somit symbolisch dem Feuer zugeführt. Diese Zeremonie darf nur durch den jeweiligen Kerbparre durchgeführt werden. Sollte es keinen Kerbparre geben, bestimmt der Kerbverein eine geeignete Person dafür.
- Zuwiderhandler sollen mit Schimpf und Schande aus dem Ort getrieben werden.
Regeln, Rituale und Würdenträger unserer Kerb
Leider sind unsere Traditionen meist nur mündlich überliefert.
Hier findet ihr Überlieferungen, die fleißige Menschen in der letzten Zeit zu Papier gebracht haben.
Wir sind aber dabei diese zusammenzutragen und werden sie veröffentlichen.
Damit ihr aber nicht ewig warten müsst, bis das Gesamtwerk fertiggestellt ist, werden wir euch diesen „unfertigen Bereich“ jetzt schon zugänglich machen.
Falls euch auch Überlieferungen bekannt sind, oder ihr Fehler entdeckt, könnt ihr euch natürlich jederzeit bei uns melden.
Symbole unserer Kerb –>
Repräsentanten und Würdenträger –>
Rituale –>




















