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ldealiste gehn als Kerbborsche uff die Piste (2004)

 

ldeaIiste gehn als Kerbborsche uff die Piste

250. Kirchweih: Weckruf der „Ehemaligen“ / Kuchenverkauf fürs Heimatmuseum / Jugendliche Nachfolger angekündigt

Von Barbara Schulze

 

ldealiste gehn als Kerbborsche uff die Piste foto

 

Dietzenbach *  Der letzte Oktobersonntag in Dietzenbach. Früh um neun ist es noch duster und diesig. Wer jetzt nicht raus muss, dreht sich nochmal im Bett um und freut sich auf ein paar zusatzliche Stunden Schlaf. Doch die Hoffnung trügt – zumindest in den Wohngebieten von Altstadt und Westend. „Aufstehen!“, tönt es aus zahlreichen krächzenden Männerkehlen durch die Straßen. Begleitend dazu lässt die Musikervereinigung ihre Instrumente erschallen. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren sind am Kirchweihsonntag die Kerbborsche wieder zum traditionellen Weckruf unterwegs. Mit angegrautem Haar und etwas füllig um die Taille sind die Männer in ihrer Uniform aus schwarzer Hose, weißem Hemd, Strohhut und roter Schärpe zwar nicht mehr so ganz borschehaft. Dafur haben sie aber den festen Vorsatz, die alte Dietzenbacher Tradition zum 250. Kirchweihfest wieder aufleben zu lassen. Etwa 25 Kerbborsche aus den Jahrgängen 1977 bis 1982 haben unter der Regie der letzten drei „Kerbpfarrer“ Reiner Wagner, Rainer Rill und Peter Maul im Jubiläumsjahr zusammengefunden, um zu zeigen, welchen Stellenwert die Kerbfeierlichkeiten im Ort einmal hatten. Gab es doch abseits von dem Rummel um die Fahrgeschäfte eine ausgefeilte Kultur an Festlichkeiten, die fast eine Woche andauerte. Auch in diesem Jahr haben die „Ehemaligen“ schon kräfftig zugelangt. Seit dem feuchtfröhlichen Antrinken am Freitagabend steht an der Kerbzentrale „Licher Pilsstube“ der Kerbbaum mit der Bobb (Puppe) namens „Hannebambel“ (wir berichteten). „Nun sinn hier e paar Idealiste, die gehn noch mal als Kerbborsche uff die Piste“, haben die Burschen im gesetzten Alter bei den Kerbreden verlautbaren lassen. Offen und ehrlich bekannten sie auch: „lhr seht, lhr liebe Leit, an uns da nagt auch schon der Zahn der Zeit!“ Das wird zumindest beim Weckruff-Umzug nicht spürbar. Voller Energie sausen die „Borsche“ durch die Straßen, brüllen ihre Kommandos, singen ihre Lieder und drücken auf die Hausklingeln, um den „Kerbkouche“  (Kerbkuchen) loszuwerden. Einem alten Brauch folgend, haben die „Borschenfamilien“ und zahlreiche Kerbanhänger plattenweise „Riwwelkouche“ (Streuselkuchen), „Käskouche“ und „Appelkouche“ gebacken, der nun an der  Haustür verkauft wird. Mindestens „Zwofuffzich“ muss rüberkommen, wenn mal wieder ein Stück über den Gartenzaun den Besitzer wechselt. Angesichts des bunten Treibens geben die aus dem Schlaf gerissenen Anwohner gerne mehr. Den Gesamterlös haben die Kerbborsche dem Heimatverein versprochen. Untersiutzt werden sie durch die Mitglieder des Vereins für Schutz- und Gebrauchshunde, die unentwegt vom Wingertsberg über Altstadt und Westend bis zur Kerbzentrale mitmarschieren. Seit Jahren schon engagieren sie sich für den Erhalt der Kerbtradition. Jetzt haben sie nicht nur Kuchen gebacken, sondern verstärken die Gruppe auch stimmlich. „Wem ist die Kerb? Uns!“ lautet der immer wiederkehrende Ruf. „Ihr macht ganz schön Krach heute Morgen“, stöhnt so mancher Anwohner. Nur selten aber treffen die Kerbtraditionalisten auf wirkliches Unverständnis „lch glaube, der versteht uns nicht“, mutmaßt Reiner Wagner, als ein streng blickender Herr im Schlafanzug auf den Balkon eilt. Doch auch das hochdeutsche Angebot „Wir bringen Ihnen frischen Streuselkuchen“, nutzt in diesem Fall nichts. Mit der Zeit steigt die Stimmung gewaltig. Viele große und kleine Dietzenbacher haben schon gewartet, die Wirte der anliegenden Kneipen stehen mit stärkenden Getränken parat, so manche Schnapsfasche wandert vom Fenster in die mitgeführten Bollerwagen. Beim Bäcker Krapp wird der Kuchenvorrat aufgefüllt, Metzger Mörtel steuert Fleischwurst für die Wandernden hinzu. Gegen Ende tauchen von überall her weitere ehemalige Kerbborsche auf. Walter Altmannsberger etwa, der von 1949 bis 1951 dabei war. „Ich finde es richtig gut, dass die Tradition endlich wieder aulebt“, freut er sich. Beim Abschluss an der „Licher Pilsstube“ stimmen alle kräftig in das Kerblied mit ein.  Danach ist Erholung angesagt. Zumindest bis morgen, wenn nach dem Umzug zur Christuskirche gegen halb zehn „Hannebambel“ an der Kerbzentrale verbrannt wird. Dann verabschieden sich die Kerbborsche mit einer Überraschung. Sie präsentieren eine Gruppe junger Männer, die im kommenden Jahr die Nachfolge antreten soll, Denn: „Zeit werds für neue Borsche!“, haben die alten bereits angekündigt.

 

Quelle: leider unbekannt

 

Wie das Amen in der Kirche (2004)

Notizbuch der Woche

Wie das Amen in der Kirche

Wie das Amen in der Kirche foto

Von Norman Körtge


Die Kerb ist tot, es lebe die Kerb! Vor allem der zweite Teil des Ausspruchs traf in diesem Jahr zu – wie schon lange nicht mehr. Denn rechtzeitig zum 250. Kirchweihfest lebten in der Kreisstadt wieder Traditionen auf, die viele – vor allem „Eingeplackte“ und jüngere Menschen – nur noch aus Erzählungen älterer Dietzenbacher kannten: Allen voran das feuchtfröhliche Treiben der „Kerbborsche“‘. Manche Bürger wussten noch nicht einmal den Grund, warum sich jedes Jahr Ende Oktober die Landwehrstraße und der Harmonieplatz in eine nach Popcorn, Mandeln und Zuckerwatte duftende Kerbstraße verwandelte, in der die unterschiedlichsten Schausteller ihre Geschäfte aufgebaut hatten. So erinnert sich der Kolumnist an eine – sicherlich nicht repräsentative – Umfrage, die er vor einigen Jahren unter den Rummel-Besuchern durchführte. Die wenigsten konnten die Frage beantworten, warum die Kerb gefeiert wird. Stirnrunzeln und Achselzucken waren die häufigsten Antworten. Dabei steht der Grund für eben dieses „Fest der Feste“, wie es Heimatforscher Heinrich Jakob Berz in seinen Erinnerungen genannt hat, nur etwa hundert Meter Luftlinie entfernt: die Christuskirche, welche eben vor 250 Jahren, am 27. Oktober 1754, eingeweiht wurde. Wenn man den Chronisten glauben darf, säumten damals tausende von Menschen aus  Dietzenbach und Umgebung die Straßen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich eine ausgefeilte Kerbtradition, die aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr ausgedünnt wurde. Zwar gab es die ganze Zeit über einige wackere Traditionalisten in der „Licher Pilsstube“ oder beim „Kerbschoppen“ der Christuskirche sowie einige weitere Vereine, die die Kerb feierten. Doch all dies passierte zuweilen ohne großes Aufsehen in der Bevölkerung. Eben nicht so wie etwa in der Nachbarkommune Dreieich. Umso erfreulicher, dass die „Kerbborsche“, die bereits vor mehr als 20 Jahren das Amt ausübten, in diesem Jahr aus der Not eine Tugend machten und sich anlässlich des Jubiläums mit schwarzer Hose, weißem Hemd und roter Schärpe – nicht zu vergessen ihrem Durst – wieder unter das Volk mischten. Freilich in abgeschwächter Form, denn aus den jungen Männern von einst sind inzwischen Herren im gesetzten Alter geworden. Ihr Einsatz hat sich gelohnt: Den Kerb-Senioren ist es gelungen, in der modernen Kreisstadt ein Stück Brauchtum zu neuem Leben zu erwecken. Und nicht nur das: Als Kerbpfarrer riefen Reiner Wagner, Rainer Rill und Peter Maul auch die Kirche wieder ins Gedächtnis zurück – wenn zuweilen auch auf eine veralbernde Art und Weise. Aber dies gehört offenbar dazu wie das Amen in der Kirche. Bleibt zu wünschen, dass die am Dienstagabend mit einer Klobürste „eingesegneten“ Kerbburschen 2005 in die traditionellen Fußstapfen treten. An der Einstellung scheint es nicht zu mangeln. „Party ohne Ende“ erhoffen und versprechen sie für das nächste Kirchweihfest. Die Kerb ist tot, es lebe die Kerb!

 

 

Quelle: leider unbekannt

250 Jahre Kirchweih – Kerbplaner (2004)

 

250 Jahre Kirchweih – Kerbplaner

 

Dietzenbach (cz) * Die evangelische Christuskirchengemeinde und einige Vereine präsentieren ab dem morgigen Freitag bis Dienstag, 2. November, ein buntes Programm zur 250. Kirchweih. Zudem lassen etwa 20 ehemalige Kerbburschen der Jahre 1977 bis 1982 mit ihrer Kerbbopp „Hannehambel“ altes Brauchtum wieder aufleben. Getreu dem Motto: „Allewack, mer huns nochemol gepackt!“ Damit bei der Programmvielfalt die Übersicht nicht verloren geht, hat unsere Zeitung den ultimativen Kerb-Planer mit allen angekündigten Veranstaltungen zum Ausschneiden erstellt:

 

Freitag, 29. Oktober

Ab 14 Uhr: 23 Schaustellergeschäfte, darunter Auto-Scooter, Schiffschaukel und Kinderkarussell, vom Harmonieplatz bis zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

17 Uhr: Kerbbaumstellen der Kerbburschen mit Kerbbopp „Hannebambel“ vor der Kerbzentrale „Licher Pilsstube“ (Frankfurter Straße).

20 Uhr: Kerbreden und Antrinken der Kerbburschen vor der „Licher Pilsstube“.

20 Uhr: Theater in der Christuskirche (Tick) zeigt die Kriminalkomödie „Keine Leiche ohne Lily“ im Wirtshaus „Zur Linde“ (Darmstädter Straße).

20 Uhr: Konzert mit Tenor Fernando del Valle und Organistin Gabriele Urbanski in der Christuskirche, auf dem Programm stehen romantische Kirchenlieder und Lera Auerbachs „Prophecy 2002“ (Welturaufführung).

Samstag 30. Oktober

Ab 14 Uhr: 23 Schaustellergeschäfte, darunter Auto-Scooter, Schiffschaukel und Kinderkarussell, vom Harmonieplatz bis zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

15 Uhr: Feuerwehrvereinigung bewirtet im beheizten Zelt am Feuerwehrmuseum (Rathenaustraße) mit Leberkäsbrötchen, Rindswürsten, Kaffee und Kuchen.

15 und 16 Uhr: Führung mit Richard Becker in der Christuskirche (Darmstädter Straße), außerdem Besichtigung des Kirchturms; anschließend Kaffee im Gemeindehaus.

19.30 Uhr: Feier des Fullballclubs im Clubhaus (Offenthaler Straße) mit Freunden und Gönnern bei gutem Essen und Trinken.

20 Uhr: Nacht der Lichter der Sportgemeinschaft in der SG-Halle (Offenthaler Straße 51) mit dem Duo „Prosecco“ und traditionellem Kerbtanz.

20 Uhr: Saisonabschlussfest der TG-Tennisabteilung auf dem Wingertsberg unter dem Motto „Tanz unter dem Kerbkranz“ mit Rolf Sauer und der „Jack Steam Band“.

Sonntag, 31. Oktober

Ab 9 Uhr: Weckruf der Kerbburschen mit einer Abordnung der Musikervereinigung und des Hundevereins. Beim Zug durch die Stadt Verkauf von Riwwel- und Käsekouche. Der Erlös ist für das Heimatmuseum bestimmt. Los geht’s auf dem Wingertsberg. Die Route führt vorbei an der Gärtnerei Hartmann, am „Wienerwald“, an den Gaststätten „Alt Dietzenbach“ und „Schnitzelhaus – Zur guten Quelle“ sowie am Stadtbrunnen. Weitere Ziele sind der Kreisel und zum Abschluss wieder die „Licher Pilsstube‘.

Ab 14 Uhr: 23 Schaustellergeschäfte, darunter Auto-Scooter, Schiffschaukel und Kinderkarussell, vom Harmonieplatz bis zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

14 Uhr: Feuerwehrvereinigung bewirtet im beheizten Zelt am Feuerwehrmuseum Rathenaustraße mit Leberkäsbrötchen, Rindswürsten, Kaffee und Kuchen.

15 Uhr: Märchenfee Erika Hohmann inszeniert mit Kindern das Märchen „Die zertanzten Schuhe“ im Gemeindehaus der Christuskirche.

19.30 Uhr: Trompetenkonzert des „Pfeiffer-Trompeten-Consort” aus Heidelberg in der Christuskirche.

Montag, 1. November

10 Uhr: Sängerkranz und Chorgemeinschaft laden zum Kerbfrühschoppen ins Wirtshaus „Zur Linde“ (Darmstädter Straße) ein, gemeinsames Singen des Kerbliedes mit den Kerbburschen.

11 Uhr: Arbeitergesangverein „Vorwärts“ bittet zum Kerbfrühschoppen ins „Schnitzelhaus – Zur guten Quelle“ (Bahnhofstraße).

Ab 14 Uhr: 23 Schaustellergeschäfte, darunter Auto-Scooter, Schiffschaukel und Kinderkarussell, vom Harmonieplatz bis zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

15 Uhr: Feuerwehnrereinigung bewirtet im beheizten Zelt am Feuerwehrmuseum Rathenaustraße mit Leberkäsbrötchen, Rindswürsten, Kaffee und Kuchen.

Dienstag, 2. November

Ab 14 Uhr: 23 Schaustellergeschäfte, darunter Auto-Scooter, Schiffschaukel und Kinderkarussell (heute Familientag), vom Harmonieplatz bis zur DietrichBonhoeffer-Schule.

19 Uhr: Prozession der Kerbburschen von der „Licher Pilsstube“ über das Heimatmuseum (hier übergeben die Kerbburschen den Erlös aus dem Kuchemverkauf) bis zur Christuskirche.

19 Uhr: Kerbschoppen im Gemeindehaus der Christuskirche (Pfarrgasse 3) zum Abschluss der Festwoche mit selbst gemachtem Hackbraten und weiteren deftigen Speisen; dazu ein kleines Unterhaltungsprogramm und Losverkaul für die Patchworkdecke, die zum Nikolausmarkt der Gemeinde am 28. November verlost wird.

21.30 Uhr: Verbrennung der Kerbbopp „Hannebambel“ mit den drei Kerbpfarrern vor der „Licher Pilsstube“.

 

 

Quelle: leider unbekannt

Kerbburschen, Kuchen, Krimi-Komödie und Konzerte (2004)

 

Kerbburschen, Kuchen, Krimi-Komödie und Konzerte

250 Jahre Kirchweih: Übersicht über das vorliegende Programm vom 27. Oktober bis 2. November

Dietzenbach [cz] * 250 Jahre Kirchweih sind ein Grund zum Feiern. Von Mittwoch, 27. Oktober, bis Dienstag, 2. November, präsentieren
die evangelische Christuskirchengemeinde und einige Vereine ein buntes Programm. Zudem lassen etwa 20 ehemalige Kerbburschen um die Kerbpfarrer Peter Maul, Rainer Rill und Reiner Wagner altes Brauchtum wieder aufleben. „Wir hoffen, dass sich hierfür im nächsten Jahr wieder Jugendliche finden“, sagt Rill. Vor der „Licher Pilsstube“ wird ein Kerbbaum aufgestellt, und eine Kerbbopp darf natürlich auch nicht fehlen. Nachfolgend das Programm der Jubiläums-Kirchweih:

Mittwoch, 27. Oktober

19 Uhr: Festgottesdienst in der Christuskirche (Darmstädter Straße) mit dem Kirchenchor und der Jungen Kantorei sowie dem Posaunenchor der Martin-Luther Gemeinde. Die Predigt hält Dekanin Jutta Jürges-Helm. lm Anschluss daran Empfang im Gemeindehaus (Pfarrgasse 3) und Eröffnung der Ausstellungen des Künstlers Karl Heinz Wagner (Bilder der Christuskirche und ihrer Umgebung] und des Briefmarken- und Münzensammlervereins (Kirchen in Deutschland und Europa).

Donnerstag, 28. Oktober

14.30 Uhr: Kaffeenachmittag mit Diavortrag (Bilder aus dem Gemeindeleben] im Gemeindehaus (Pfarrgasse 3).

Freitag, 29. Oktober

17 Uhr: Kerbbaumstellen der Kerbburschen vor der „Licher Pilsslube“ (Frankfurter Straße).
20 Uhr: Kerbreden und Antrinken der Kerbburschen vor der „Licher Pilsstube.
20 Uhr: Theater in der Christuskirche (Tick) zeigt die Kriminalkomödie „Keine Leiche ohne Lily“ im Wirtshaus „Zur Linde“ (Darmstädter Straße).
20 Uhr: Konzert mit Tenor Fernando del Valle und Organistin Gabriele Urbanski in der Christuskirche, auf dem Programm stehen romantische Kirchenlieder und Lera Auerbachs „Prophecy 2002“ (Welturaufführung).

Samstag 30. Oktober

15 Uhr: Führung mit Richard Becker in der Christuskirche (Darmstädter Straße), außerdem Besichtigung des Kirchturms.
19.30 Uhr: Feier des Fußballclubs im Clubhaus (Offenthaler Straße) mit Freunden und Gönnern bei gutem Essen und Trinken.
20 Uhr: Nacht der Lichter der Sportgemeinschaft in der SG-Halle (Offenthaler Straße 51) mit dem Duo „Prosecco“ und traditionellem Kerbtanz.
20 Uhr: Saisonabschlussfest der TG-Tennisabteilung auf dem Wingertsberg unter dem Motto „Tanz unter dem Kerbkranz“ mit Rolf Sauer und der „Jack Steam Band“.

Sonntag, 31. Oktober

9 Uhr: Weckruf der Kerbburschen mit einer Abordnung der Musikervereinigung und des Hundevereins. Zudem Verkauf von Riwwel- und Käsekuche, Der Erlös ist für das Heimatmuseum bestimmt. Los geht`s auf dem Wingertsberg. Die Route führt vorbei an der Gärtnerei Hartmann am „Wienerwald“, an den Gaststätten „Alt Dietzenbach“ und „Zur guten Quelle“ sowie am Stadtbrunnen. Weitere Ziele sind der Kreisel und zum Abschluss wieder die „Licher Pilsstube“.
15 Uhr: Märchenfee Erika Hohmann inszeniert mit Kindern das Märchen „Die zertanzten Schuhe“ im Gemeindehaus der Christuskirche.
19.30 Uhr: Trompetenkonzert des „Pfeifer-Trompeten-Consort“ aus Heidelberg in der Christuskirche.

Montag, 1. November

10 Uhr: Sängerkranz und Chorgemeinschaft laden zum Kerbfrühschoppen ins Wirtshaus „Zur Linde“ (Darmstädter Straße) ein, gemeinsamem Singen des Kerbliedes mit den Kerbburschen.

Dienstag, 2. November

19 Uhr: Kerbschoppen im Gemeindehaus der Christuskirche {Pfarrgasse 3) zum Abschluss der Festwoche; Prozession der Kerbburschen von der „Licher Pilsstube“ über das Heimatmuseum (hier übergeben die Kerbburschen den Erlös aus dem Kuchenverkauf) bis zur Christuskirche.
21.30 Uhr: Verbrennung der Kerbbopp mit den drei Kerbpfarrern vor der „Licher Pilsstube“.

 

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Haben am Wochenende die Kerbpuppe gebastelt: Die Kerbburschen (vorne v. I.) Peter Maul, Axel Schäfer, (hinten v. I. ) Rainer Riff, Jürgen Altmannsberger und Reiner Wagner. Foto: rz

 

 

Quelle: leider unbekannt

Kerbburschen gesucht! (2004)

 

Kerbburschen gesucht!

Dietzenbach (jw), Die Christuskirche feiert Ende Oktober 250 Jahre Kirchweih. Grund genug für die ehemaligen Kerbburschen Reiner Wagner, Rainer Rill und Peter Maul, die Jugend zu animieren, einen alten Brauch wieder aufleben zu lassen. Die Ex-Kerbburschen wollen sich am kommenden Freitag. 1, Oktober, um 20 Uhr in der Licher Pilsstube (Frankfurter Straße) treffen, um Ideen für eine Erneuerung des Kerbburschentums zu sammeln. Getreu dem Motto: „Wem is die Kerb? Unser naddierlisch! “

 

 

Quelle: leider unbekannt

Kerbburschen trinken keinen Kaffee (2004)

 

„Kerbburschen trinken keinen Kaffee“

Selleriekranz und „Hannebambel” hängen am aufgestellten Nadelbaum vor der „Licher Pilsstube“

Dietzenbach (ing) * Gespannt warten rund 20 Leute in der „Licher Pilsstube“, dass der Kerbbaum eintrifft. „Der wird frisch geschlagen“, erklärt Kerbbursche Rainer Wagner. Die Wartezeit wird schon mal mit einem Bier überbrückt. Der Kerbkranz aus Sellerie – geschmückt mit bunten Bändern – liegt schon parat. Günther Keim, Onkel von Pilsstuben-Wirtin Marion Ravensberger, hat den Sellerie dafür extra angebaut. Bianca Rettich hat ihn schließlich zu einem Kranz gebunden. Der „Hannebambel“ (Kerbpuppe) ist in einem Aufbewahrungsraum der Gaststätte eingeschlossen. „Net, dass den uns jetzt noch einer klaut“, meint Rainer Rill. Denn dann müssten sie ihn auslösen. „Hey, Kerbburschen trinken jetzt keinen Kaffee mehr“, rügt Wagner, als sich einer gerade einen bestellen will. Doch in diesem Jahr geht es dann doch nicht gar so streng zu wie in den Jahren 1977 bis 1982. Die damaligen Kerbburschen sind dieses Jahr wieder in ihre alte Rolle geschlüpft. „Für kommendes Jahr haben wir wieder neue Männer“, verspricht Rill. Wer es ist, wird sich aber erst am Dienstag herausstellen. „Der Baum kommt“, wird der Ruf laut. Schon drängt die Menschenmenge nach draußen; das will keiner verpassen. Auch Bürgermeister Stephan Gieseler hat sich eingefunden. Der Transporter, auf dem der frisch gefällte Baum festgezurrt liegt, wird auf den Hof gewunken. Nach einigem Rangieren wird der Nadelbaum in Stellung gebracht. Auf der Straße und dem Bürgersteig finden sich immer mehr Menschen ein. Da kommt die Kerbpuppe. Die Kerbburschen grinsen übers ganze Gesicht, als sie die Mienen der Schaulustigen sehen. Kein Wunder – sieht der „Hannebambel“ dem Sänger Daniel Küblböck verdammt ähnlich. Doch zuerst muss der Kerbkranz befestigt werden. Mit einem „Hauruck“ wird der Baum – gestützt von Stangen – mit zwei Seilen in die Höhe gezogen, bis er steht. „Es ist geschafft“, rufen die Burschen, und die Menge jubelt. Darauf wird erst mal angestoßen. Die Kerbtracht mit weißen Hemd, schwarzer Hose, weißen Socken, schwarzen Schuhen, roter Schärpe und einem Strohhut werden die Männer anziehen, wenn die Reden gehalten werden. Dann geht die Kerb erst richtig los.

 

Quelle: leider unbekannt

Erzählcafé: Kerb mit Kerbburschen (13.10.2002)

 

Erzählcafé: Kerb mit Kerbburschen

Geschichte in erzählten Geschichten aufrollen und miterlebbar machen

Dietzenbach (sago) – Auf gut hessisch ging es im Restaurant am Wingertsberg zu und zumeist dietzebächerisch dazu. Aber die geübte Chronistin konnte doch schon einiges verstehen, was die Gäste von Reiner Wagner im Erzählcafé zu berichten hatten. Denn dieses Mal war das Thema „Die Kerbborschen von Dietzenbach“. Mit einer kleinen Ausnahme: Hedi Weilmünster fügte die Sicht der Frauen auf die Kerb hinzu. Zum Glück, wie sich später zeigte, denn nur so konnte man sich als Beobachter vorstellen, was das Besondere des alljährlichen Höhepunktes im Orte war: der Tanz im alljährlich neuen Kerbkleid in sieben Dietzenbacher Tanzsälen und wahrscheinlich das gegenseitige Anbandeln dabei.
Schon tagelang bereiteten die Frauen, Mütter das große Ereignis mit Hausputz, Friseurbesuch und Großeinkauf beim Bäcker und Metzger vor: Denn zur Kerb kamen viele Freunde und Angehörigen von auswärts zu Besuch. Die ausgewählten Kerbborschen haben dies vermutlich nur am Rande miterlebt, denn ihre Sicht der Dinge war stark vom Alkoholkonsum beim Kerbprogamm von Freitag (Kerbbaum schlagen) bis Mittwoch Kerbbeerdigung) geprägt. Doch genaueres schilderten die Kerbborschen auf dem Plenum: Peter Maul (Kerbborsche 1981 und 1982), Stefan Glück (1982), Walter Rill und als ältester ehemaliger Kerbborsch: Arthur Keim.

 

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Anschaulich erzählt der älteste anwesende Kerbborsch Arthur Keim von seinen Erlebnissen während der Kerb. Fotoalben von damals werden herumgereicht.

 

„Die erst Kerb nach ‚m Krieg, da haben sich die Leit gefreut, dass es Wieder aufwärts geht.“ Und Stefan Glück freute sich, dass „so viele Alkoholkollegen von damals“ im Erzählcafé anwesend waren. Die Kerb von 1982 war die letzte in Dietzenbach, die noch mit Kerbborschen gefeiert wurde. Auf dem Programm stand am 29.10 desselben Jahres: „Treffen der Kerbborschen um 15 Uhr beim Kerbvadder Buch zum  schlagen des Kerbbaums. Stellen des Kerbbaums gegen 17 Uhr, Kerbansprache durch den Kerbpfarrer Peter Maul um 20 Uhr vor der Licher Pilsstub. Anschließend Kerbeinklang-Feier“, was sicher so viel hieß, wie den ersten Rausch zu setzen. Samstag, den 30. 10. stand das Treffen um 14 Uhr am Stadtbrunnen zum Kerbrundgang auf dem Programm. „Gegen 16 Uhr Kneippkur durch alle Dietzenbacher Wirtshäuser. Gegen 21 Uhr Stimmungseinlauf mit Polonaise auf dem Kerbball in der TG-Turnhalle – Endstation“ lautet es im Programm. Vermutlich schliefen die 14 Kerbborschen in dieser Nacht kaum, bereits um 9 Uhr am Sonntag ging es für die jungen Männer im Ort weiter: Sie verteilten den von ihren Müttern gebackenen oder gekauften Blechkuchen von Haus zu Haus, um etwas Geld für ihre Zeche zu sammeln.

„Weckruf mit Ribbelkuchen“. Zumeist gab es von den Dietzenbacher einen Schnaps gratis dazu oder einen Rollmops, wenn die Hausfrau den Zustand der Jungs gut einschätzte. „Mittagessen beim Kerbvadder, abendlicher Umtrunk in der Licher Pilsstub“, lautet es weiter im  Programm von 1982.

Daraufhin folgte der Montag: „Ab 10 Uhr Frühschoppen und Frühstück einholen unserer Truppe. AbendsKneippkur mit Endstation Kerbvadder“. Der Dienstag galt der Beerdigung der Kerb: Für einen Scheiterhaufen wurde Holz gesammelt, ein Trauerzug organisiert und die Kerbbob, die all die Tage den Kerbbaum geschmückt hatte verbrannt. Natürlich fehlte an diesem 5. Tag der Kerb der Alkohol ebenso wenig. Erst der Mittwoch brachte ein Ausnüchterungstreffen.

Viele Teilnehmer erinnerten sich noch an das Dietzenbacher Kerblied, das mit den Worten „es welken alle Blätter, sie fallen alle ab“ an die kühle Jahreszeit der Dietzenbacher Kerb erinnert.

Wer das Lied bis zur diesjährigen Kerb am kommenden Wochenende lernen möchte wendet sich vorzugsweise an Peter Maul: Er hatte zum Erzählcafé zahlreiche Kopien es Liedes dabei, damit der ganze Saal nochmals wie anno dazumal anstimmen konnte.

 

Quelle: Offenbach Post 13.10.2002 (Arthur Keim)

 

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Quelle: Arthur Keim

 

Per Karussell-Helikopter eine Runde über die Stadt/Tanz in Zelt und Hallen (1982)

 

Per Karussell-Helikopter eine Runde über die Stadt/Tanz in Zelt und Hallen

Dietzenbach im Kerbe-Rausch

Pünktlich um 17 Uhr wurde der Kerbebaum des 228. Dietzenbacher Kirchweihfestes in der Frankfurter Straße aufgestellt. Im Grün des Tannenbaums, der mit bunten Schleifen geschmückt war, saß die Kerbebop ’82, unter dem Baum wehte ein großer Kranz im Herbstwind. Nach dem Schlagen und Aufstellen des Kerbebaumes stärkten sich die  diesjährigen Kerbeborsche bei Horst und Henny Buch mit einem deftigen Suppeneintopf. Bürgermeister Dr. Friedrich Keller, seines Zeichens Ehrenkerbeborsch, saß mit den 17 aktiven jugendlichen zusammen und ließ sich die heiße Suppe gut schmecken.

 

Abends um 20 Uhr wollte der Kerbepaarre Peter Maul seine Ansprache halten. Aber ein Verkehrsunfall in der Frankfurter Straße / Ecke Weiherstraße führte zu einer Verzögerung, denn die Kerbe-Fans strömten als Schaulustige an den Unglücksort. Ein mit vier Personen besetzter Peugeot, der aus der Weiherstraße kam, beachtete die Vorfahrt
nicht und prallte mit dem aus Dietzenbach kommenden Frankfurter Datsun-Combi zusammen. Öl lief aus, der Fahrer des Datsun war eingeklemmt, so daß die Feuerwehr angefordert wurde. Der 19 jährige Fahrer des Peugeot, der nicht angeschnailt war, erlitt schwere Verletzungen. Sein Beifahrer – angeschnallt  – entstieg unverletzt dem Unglückswagen. Kopfwunden, Prellungen und Schock hatten der Datsun-Fahrer und seine Beifahrerin. Es entstand ein Gesamtschaden von 16.000 Mark. Der Fahrer, der ebenfalls einen Schock erlitt, behauptete nach dem Unfall, daß die Bremsen seines Wagens versagt hätten. „Wieder einmal ist’s soweıt, zur Kerb mir treffe uns ihr Leit. Willkommen ihr Freunde und auch ihr Gäste, zu unserem Kirchweihfeste“, mit diesem Versen begann die Rede des Kerbeparrer. Er trug seine Gedanken über die Kerbeborsche in humorvoller Weise vor und zerschmiß dann ein „Hütchen” (Cola mit Cognac) auf dem gefließten Boden der Licher Pilsstube. Damit war die Kerb 1982 gültig und die Kerbeborsche zeigten sehr bald in der überfülten Gaststätte, wie sanges- und trinkfest Sie waren. Am Kerbesamstag tanzte ganz Dietzenbach. 200 Personen füllten die SG-Halle, 300 den Wingertsbergsaal. „Wir machen das Fest anläßlich der Kerb für unsere Mitglieder und Bürger der Stadt, denn es wird bei uns nicht nur geturnt, sondern auch gefeiert“, konnte man von beiden Vereinen hören. Der SG-Tanz unterm Kerbebaum war eigentlich ein Tanz unter einem bunt geschmückten Kerbekranz. Die Dietzenbacher ließen sich nicht lange bitten und schwangen bald das Tanzbein nach Herzenslust. Ein Gläschen Sekt an der Bar sorgte für die nötige Leichtigkeit. Bis 3 Uhr in der Früh hielten die Standhaften aus. Die Kerbeborsclıe zogen von einer Veranstaltung zur anderen, sangen das Kerbelied und heizten die Stimmung weiter an. Wer mehr für Rock’n Roll und Rock übrig hatte, traf sich im Kerbezelt des Fanfaren- und Spielmannszuges. Die Gruppe „Frustschutz“ spielte. Eine nicht gerade kleine Anzahl von Rockern des MC Fledermaus Rhein-Main saß auf den vordersten Sitzplätzen vor der Bühne. lm allgemeinen wurde Bier getrunken. Völlig unpassend war ein älterer Herr mit dunkler Hose und Jackett angezogen. Die Leute gingen beim „Jailhouse Rock“ mit,  die Tische wippten. Vom Harmonieplatz durch die Landwehrstraße bis Ecke Schulstraße erstreckten sich die Buden und Karussells der Dietzenbacher Kerb. Am Auto Scooter, wo poppige Musiktitel immer wieder aufgelegt wurden, trafen sich die Jugendlichen. An der Grillhütte gab’s vom Nierenspieß bis zum Fischbrötchen alles zu essen, was normalerweise auf der Kerb von den Besuchern gewünscht wird. Der Platz vor der Losbude war von Papierschnitzeln übersät. Für das Wort Blume oder 2000 Punkte hatte man die freie Auswahl und konnte sich eine riesige Topfplanze oder das Ententanz-Stofftier mit nach Hause nehmen. Diejenigen, die es gerne süß mögen, kauften an den Waffelständen Herzen, Negerküsse oder Crepes. Kimme, Korn, ran, hieß es an den Schießbuden, die für die Dietzenbacher Tell-Schützen sicherlich keine Konkurrenz waren. Ein Kinderkarussell mit Raketenwagen und Lokomotive hatten die Schausteller für die Kleinsten und einen Helikopter, mit dem man für eine Mark in die Lüfte steigen konnte, für die Großen aufgebaut.

Übrigens: Bei Redaktionsschluß dauerte die Kerb noch an. . .

 

Dietzenbach im Kerbrausch 2 1 oT OP 4.11.82

Kerbeparre Peter Maul (Mitte), seine beiden Kameraden Hans-Jürgen Seib (links) und Anton Hammerl (rechts) haben von der Ansprache des „Kerbe-Geistlichen” wieder mächtigen Durst bekommen!

 

Dietzenbach im Kerbrausch 2 2 oT OP 4.11.82

Die Dietzenbacher Feuerwehrleute kümmern sich um die Verletzten. Unmittelbar vor der Ansprache des „Kerbeparre“ in der Licher Pilsstube prallten zwei Wagen in der Frankfurter Straße/Ecke Weiherstraße aufeinander. Bilanz: 4 Schwerverletzte und 2 Leichtverletzte.

 

Dietzenbach im Kerbrausch 2 3 oT OP 4.11.82

Beim „Tanz unterm Kerbebaum” der Sportgemeinschaft Dietzenbach schwooften über 200 Bürger nach Herzenslust.

 

Offenbach Post 04.11.2012

Warnung: Das Kerb-Fieber grassiert in Dietzenbach (21.10.1982)

 

Warnung: Das Kerb-Fieber grassiert in Dietzenbach

Kerbburschen ’82 trainieren schon kräftig für den
„Ernstfall“ vom 29. Oktober bis 2. November

Dietzenbach(lu).- Hinweisschilder an vielen Dietzenbacher Geschäften sind nicht die einzigen Indizien dafür, daß in der Stadt wieder das Kerb-Fieber grassiert. Auch die diesjährigen Kerbburschen – 17 Mann stark – bereiten sich bereits seelisch und konditiorıell darauf vor, die harten Tage der Dietzenbacher Kerb vom 29. Oktober bis 2. November einigermaßen lebendig zu überstehen. Und das „Programm“, das die Kerbbursehen auch diesmal wieder zu bewältigen haben – abgesehen einmal von ihren Besuchen bei vielen anderen Aktivitäten in der Stadt – läßt ein planmäßiges Härtefall-Training angezeigt erscheinen. Das Schlagen des traditionellen Kerbbaurnes bildet am Freitag, 29. Oktober den offiziellen Auftakt für die Kerbburschen, die sich dazu um 15 Uhr beim „Kerbvadder“ Buch in der Kerbzentrale, der Licher Pilsstube (Frankfurter Straße) treffen (inoffiziell finden sich die Kerbburschen bereits am Freitag. 22. Oktober, um 20 Uhr bei Stefan Müller in der Beethovenstraße 12. zum Bau der Kerbpuppe ein). Der geschmückte Kerbbaum mit der Kerbpuppe wird dort dann um 17 Uhr aufgestellt, und um 20 Uhr wird der Kerbpfarrer Peter Maul die Ansprache halten, bevor man in der Zentrale den Kerbeinklang kräftig feiern wird. Am Samstag, 30. Oktober, steht als Treffpunkt um 14 Uhr der Stadtbrunnen fest. Von dort aus startet man zum Kerhrundgang durch die Stadt, gegen 16 Uhr wird zur „Kneipkur“ durch alle Dietzenbacher Wirtshäuser angetreten bevor die Kerbbursclien dann in einem „Stimmungseinlauf mit Polonaise“ gegen 21 Uhr beim Kerbball in der TG-Halle auf dem Wingertsberg einfallen wollen. Am Sonntag, 31.0ktober heißt es „früh aufstehen“, denn um 9 Uhr geht es auf zum Weckruf, voraus der Spielmanns- und Fanfarenzug Dietzenbach und hinterher alle „Kerbborsche“, die ihren „Kerbkouche“ verkaufen. Anschließend gibts Mittagessen heim Kerbvadder, gefolgt von einem „Verdauungsspaziergang“ über den Kerbplatz in der Landwehrstraße und an der Harmonie sowie einem abendlichen Umtrunk in der Kerbzentrale. Am Montag wird ab 10 Uhr zum Frühschoppen eingeladen, derweil die Kerbborsche sich nach dem traditionellen „Einholen“ des Frühstücks eine solide Grundlage schaffen für die abendliche Kneipkur mit Endstation beim Kerbvadder. Am Dienstag, 2. November,wird es nach einem letzten Frühschoppen dann „todtraurig“, denn um 14 Uhr geht es ans Holzholen für den Scheiterhaufen, auf dem die „Kerbbopp“ ihr Ende finden soll. Nachdem man gegen 18 Uhr im Göpfert-Haus den „Seniorenkerbborsch“ verbrannt hat, wird sich gegen 20 Uhr ein Trauerzug zum Trinkborn in Bewegung setzen. „Kerb ’82“ ist der Titel der sich anschließenden Grabrede von „Kerbparre“ Peter Maul, bevor dann der Kerbpuppe unter Heulen und Zähneknirschen der trauernden Kerbgemeinde auf dem Scheiterhaufen der Garaus gemacht wird und die am Boden zerstörten Trauergäste am Heringsessen in der Kerbzentrale teilnehmen. Und noch ein Nachtrag: Das Treffen aller kerbgeschädigten Dietzenbacher Bürger am Mittwoch, 3, November, zum traditionellen Ausnüchterungslauf Dietzenbach – Vélizy ist um 8.63 Uhr. Treffpunkt ist das Dietzenbacher Hallenbad.

 

 

„Zeltkerb-Premiere“

Dietzenbach(Iu).- Für eine Premiere zur diesjährigen
Kerb sorgt der Fanfaren- und Spielmannszug Dietzen-
bach: Er lädt alle Alt- und Neudietzenbacher vom 30.
Oktober bis zum 1. November zur „1. Dietzenbacher Zelt-
kerb“ in das beheizte Festzelt ein, das in der Schäfergasse
aufgebaut werden soll. Dazu haben sich die Spielleute
einiges einfallen lassen.

So spielt am Kerbsamstag um 14 Uhr der Fanfaren- und Spielmannszug zur Eröffnung der Zeltkerb in der Schäfergasse, am Abend geht es dann mit der Gruppe „Frustschutz“ weiter, die 20 Uhr zum Tanz aufspielt. Diese junge Dietzenbacher Band hat bereits schon einmal bei einer Veranstaltung der Spielleute im Sommer dieses Jahres mitgewirkt und damals mit ihren Oldies aus den 60er Jahren die Gäste begeistert. Der Kerbsonntag beginnt für den Spielmannszug mit dem bereits zur Tradition gewordenen Weckruf, bei dem die Spielleute in Nachthemden und Schlafanzügen zusammen mit den diesjahrigen Kerbburschen und entsprechender musikalischer Untermalung durch die Straßen der Stadt ziehen. Im Zelt findet ab 10 Uhr ein Frühschoppen statt. wobei Georg Raab mit seiner Gitarre für Musik sorgt, bevor abends ab 20 Uhr zu den Klängen der Dietzenbacher Rentnerband wieder das Tanzbein geschwungen werden darf. Nach einem Frühschoppen im Festzelt am Kerbmnntag – das Ende ist dabei vollig offen – bittet  der Spielmannszug ab 19 Uhr nochmals die Dietzenbacher Bevölkerung zum Tanz im Zelt mit der Gruppe „Frustschutz“. Auch für reichlich Essen und Trinken versprechen die Verantwortlichen des Spielmannszuges sorgen zu wollen.

 

Dietzenbacher Stadtpost 21.10.1982

Die „Kerbbopp“ lebt (1982)

 

Die „Kerbbopp“ lebt

 

Die Kerbbopp lebt ohneText

 

„Trinkfest, aber nicht arbeitsscheu“ sind die 17 Kerbburschen, die in Dietzenbach das diesjährige 228. Kirchweihfest kräftig mitgestalten werden. Arbeitsscheu schon deshalb nicht, weil sie jetzt bereits ihre lustige „Kerbbopp“ fertiggestellt haben (auf unserem Foto mitten im Kreise ihrer Schöpfer). Der dickste Arbeitsbrocken kommt aber noch, wenn am Freitagnachmittag der Kerbbaum gefällt werden muß. Um 17 Uhr wird der geschmückte Baum, auf der die Puppe thront, vor der Kerbzentrale Buch in der Frankfurter Straße (Licher Pilsstube) dann aufgestellt. Dann erst beginnt für die 17 Burschen – Dieter Knecht, Stefan Müller, Hans-Jürgen Seib, Stefan Glück, Peter Maul, Stefan Stutzky, Karlheinz Ahne, Thomas Lehr, Veit Hain, Mathias Sundt, Stefan Willmann, Manfred Leinberger, Martin Lübke, Anton Hammerl, Jochen Biemüller, Christian Frenz und Lutz Weilmünster – der eigentliche „Härtetest“, bis am Kerbstdienstag zu einem feierlichen „Grabgesang“ die Kerbbopp gegen 20 Uhr am Trinkborn verbrannt wird.

gs/Foto: Giesa

 

Offenbach Post oder Dietzenbacher Stadtpost  ??.??.1982

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