Dietzenbach (cz) – Noch bis Dienstag geht es in der Altstadt rund, Seit gestern können sich die Besucher bei der Kerb vergnügen. Zwischen dem Harmonieplatz und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule stehen Buden und Fahrgeschäfte, darunter erstmals ein Riesenrad, aber auch Autoscooter und ein Kinderkarussell. Die Kerbburschen haben Schwerstarbeit verrichtet und den Kerbbaum samt Kerbbobb (Jammerlabbe heißt sie) im zweiten Versuch an der Licher Pilsstube aufgestellt. Dabei wurden die neun Kerbburschen Manuel Sundt, Sascha Sommer, Sascha Schlitz, Milos Vranes, Adrian Pavicevac, Konrad Kehr, Dominik Pellmann, Johannes Jabs und Dennis Samarzija von einigen Vorgängern unterstützt. Heute steht um 15 Uhr die Kerbolympiade auf dem Harmonieplalz an, morgen wird ab 9 Uhr beim Weckruf Kuchen verkauft.
Ein Riesenrad dominiert sein gestern die Altstadt. Bis Dienstag können sich die Kerbbesucher zwischen Harmonieplatz und Bonhoeffer-Schule austoben.
Kerbbaumaufstellen will gelernt sein. Mit vereinten Kräften gelang gestern die Übung vor der LicherPilsstube. Fotos (2): Zöllner
SAMSTAG VERANSTALTUNGEN
Kerbttreiben mit Riesenrad, Auto-Scooter und Karussell, zwischen Harmonieplatz und Bonhoeffer-Schule, ab 14 Uhr; Kerbolympiade auf dem Kerbplatz, 15 Uhr; Zeltkerb der Feuerwehrvereinigung, 15 Uhr.
SONNTAG VERANSTALTUNGEN
Weckruf der Kerbburschen mit Kuchenverkauf in der Altstadt, ab 9 Uhr; Kerbtreiben mit Riesenrad, Auto-Scooter und Karussell, zwischen Harmonieplatz und Bonhoeffer-Schule, ab 14 Uhr; Zeltkerb der Feuerwehrvereinigung, 11 Uhr.
Mit gut geölten Stimmen die Dietzenbacher Kerb eröffnen
Kirchweihfest für alle Generationen / Erstmalig mit Riesenrad in der Altstadt
von Barbara Scholze
Dietzenbach – „Die Dietzenbacher Kerb is do, was san die Leut so froh“. Nur noch zwei Tage, dann werden die gut geölten Stimmen der Kerbborsche-Generation 2008 diese Liedzeilen eine Zeitlang rund um die Uhr in der Altstadt zum Besten geben. Zwar verbinden nur noch wenige Dietzenbacher die Kerb mit der Einweihung der Christuskirche am 27. Oktober 1754. Gefeiert wird trotzdem heftig, zumal das Programm für alle Generationen etwas parat hält. Offiziell beginnt die Kerb am Freitag, 31. Oktober, um 16.30 Uhr vor der Licher Pilsstube (Frankfurter Straße), wenn die Kerbborsche den Kerbbaum stellen. Danach geht es zum Gebet, um 19 Uhr im Kerbgottesdienst in der Christuskirche (Darmstädter Straße). Ihre ganz eigene Art der Ansprache an die Gemeinde halten um 21 Uhr die Kerbborsche vor der Licher Pilsstube. Am Samstag, 1. November, können sich die Borsche und ihre Mitstreiter ausschlafen, bis um 15 Uhr die Kerbolympiade auf dem Kerbplatz beginnt. Dagegen heißt es am Sonntag, 2. November, früh aus den Federn zu kommen: Um 9 Uhr beginnt die aktuelle Kerbborschegeneration, verstärkt durch Ehemalige, ihren Weckruf-Zug mit Kerbkucheverkauf. Von der Gärtnerei Hartmann an der Rathenaustraße geht es durch die Straßen der Altstadt mit Ziel Licher Pilsstube. Für den Kerbmontag, 3. Novernber, ist Kondition beim Frühschoppen angesagt. Ab 10.30 Uhr lädt der Arbeitergesangverein „Vorwärts“ in die Gaststätte „Wingertsstub“ auf dem Wingertsberg ein, um 11.30 Uhr beginnt der Sängerfrühschoppen im Gasthaus „Linde“ (Darmstädter Straße).
Noch einmal richtig in die Vollen gehen die Kerbfeiernden am Abschlusstag, Dienstag, 4. November. Für 15.30 Uhr haben die Kerbborsche einen Besuch im Seniorentreff des Reinhard-Göpfert-Hauses eingeplant, bevor es um 19.45 Uhr in einer Prozession zur Christuskirche geht. Den von vielen Gästen heiß ersehnten Abschluss der Kerb macht der Kerbschoppe ab 19 Uhr im Gemeindehaus der Christuskirche (Pfarrgasse), wo die Borsche einen Besuch für 20.15 Uhr eingeplant haben. Ab 21.30 Uhr geht es dann der diesjährigen Kerbbobb mit Namen „Jammerlabbe“ an den Kragen. Vor der Licher Pilsstube erhält sie noch einmal schöne Grabreden, bevor Sie ihrer Verbrennung entgegengetragen wird. Natürlich dürfen während all dieser vergnüglichen Tage die Schaustellergeschäfte auf der Kerbstraße zwischen Harmonieplatz und Dietrich-Bonhoeffer-Schule nicht fehlen. Von Freitag bis Dienstag sind dort 18 Karussells, Vergnügungs- und Verkaufsstände täglich ab 14 Uhr geöffnet. Zum ersten Mal wird Jahrmarktsbeschicker Peter Stein neben dem Auto-Scooter an der Bonhoeffer-Schule ein Riesenrad aufbauen. Für Dienstag kündigt Stein einen Familientag an, mit halben Fahrpreisen und Sonderangeboten an den Ständen. Weitere Infos im Internet: @ www.kerbborsche-dietzenbach.de
Noch ein tiefer Blick in die Kerb-Chronik: Obige Abbildung zeigt die Kerbborsche vor 90 Jahren, anno 1918 (Jahrgang 1901). Erich Berz, von dem das Foto stammt, kennt folgende Namen: oben von links Herr Schmidt (U-Name Bolsche), Herr Kiefer und Vater Daniel Berz; unten links Herr Gaubatz (Geye). Repro scho
Dietzenbacher Kerb vor 60 Jahren: Auf der Leiter steht Arthur Keim, der eine Kerbrede hält. Der Wirt der „Harmonie“ hat längst die weiße Fahne gehisst. Rechts der mit Bändern geschmückte Kerbkranz. Repro: ing
Ebenfalls im Jahr 1948: Auf dem Harmonieplatz haben sich zahlreiche Besucher versammelt, um das Kerbtreiben zu beobachten. Repro: lng
Dietzenbächer Borsche bereiten Kerb für Ende Oktober vor
Dietzenbach (baw) * Die Vorbereitungen für die Kerb laufen auf Hochtouren. Die Dietzenbächer Kerbborsche zelebrieren diesmal wieder die Weihe der evangelischen Chrsituskriche auf dem Kerbplatz. Die Kerbborsche wollen damit ein Stück Tradition aufrecht erhalten. In Schwarz und Weiß mit Hut und Schleppe streifen sie durch die Straßen, und am Ende der Kerb wird die Kerbbobb, die diesmal auf den Namen „Jammerlabbe“ getauft wurde, feierlich verbrannt. Am Freitag, 31. Oktober, geht’s los. Um 16:30 Uhr wird der Kerbbaum vor der der Licher Pilsstube gestellt. Für 19 Uhr ist der Kerbgottesdienst angesetzt mit einer Ansprache des Kerbpfarrers um 21 Uhr. Am Samstag, 1. November, gibt es um 15 Uhr eine Kerbzeltolympiade im Feuerwehrzelt. Langschläfer haben am Sonntag, 2. November, keine Chance. Denn schon um 9 Uhr gibt es den „Weckruf“, den traditionellen Kerbkucheverkauf. Start ist an der Gärtnerei Hartmann (Rathenaustraße), und dann geht’s durch die Altstadt bis zur Licher Pilsstube. Montag, 3. November, startet um 11 Uhr mit einem Sängerfrühschoppen in der Linde. Ein Besuch des Seniorenfreffs im Göpfert-Haus steht am Dienstag, 4. November, an. Nach der Prozession um 19.45 Uhr wird um 21:30 Uhr
eine Grabrede gehalten, ehe die Kerbverbrennung folgt. Die Kerbborsche sind auf der Suche nach ehemaligen und neuen Kerbborschen zwischen 17 und 20 Jahren. Infos im Internet (www.kerbborsche-dietzenbach.de)
Die diesjährige Kerbbobb „Jammerlabbe“ haben die vier Kerbborsche gebastelt (von links): Dennis Samarzija, Sascha Sommer, Manuel Sundt und Konrad Kehr.
Nicht einmal fünf Minuten dauerte die Anfstellung der Kerbbobb Luschekopp gestern vor der Licher-Pilsstube. Mithilfe der Kerbborschen aus dem vergangenen Jahr war es kein Problem für die jungen Männer, den Baum hochzuziehen. Über der Kerbbobb baumelt traditionell ein mit bunten Bändern geschmückter Selleriekranz. Am Ort des Geschehens hatten sich einige Schaulustige eingefunden, um sich das alljährliche Spektakel nicht entgehen zu lassen. ing/Foto: I. Zöllner
Die Dietzenbacher Kerbborsche treffen sich wieder in der Licher Pilsstube, ihrer Kerbzentrale. Jeden Freitag Abend um 20 Uhr besprechen sie ihre Vorhaben während der Kerb (26. bis 30. Oktober) und planen ihre Vorbereitungen, wie das Bauen der Kerbbobb oder das Beschaffen des Bembels, der Hüte und Schärpen. Für die 13 jungen Männer geht der Ernst der 2007er Kerb jetzt richtig los. Aber allein stehen sie ja nicht da. Die Kerbborschen des vergangenen Jahres helfen ihnen, wo es geht. Damit die Burschen nicht von Anfang an mit leeren Händen da stehen, überreichte Gerolf Baum (Kerbborsch 2005/2006) den Jungs eine 100-Euro-Spende von den 2006er Kerbborsche. lnformationen über die Kerb und die Kerbborsche gibt es auf www.kerbborsche-dietzenbach.de Foto: p
Dietzenbach (mat) * Aller guten Dinge sind – vier. Nachdem die Kerb 22 Jahre lang ganz ohne Kerbborsche hatte auskommen müssen, steht nunmehr die vierte Generation seit der Wiederbelebung der Tradition 2004 in den Startlöchern. „Unsicher gemacht“ wird die Kerb diesmal von Freitag, 26., bis Dienstag, 30. Oktober, von 13 Kerbborsche im Alter von 18 bis 20 Jahren. Das Programm der 253. Dietzebächer Kirchweih läuft nach altbewährtem Schema ab: Am Freitag, 26. Oktober, geht es mit dem Kerbbaum-Stellen los (16.30 Uhr, Licher Pilsstube), am Abend (21Uhr) folgt die Kerbansprache und am Samstag (15 Uhr) treten die Kerbborschen bei einer Kerbzeltolympiade im Feuerwehrzelt gegen fünf Teams an, darunter auch eines des Kirmes- und Karnevalvereins Neuhaus. Auch der traditionelle Weckruf am Kerbsonntag mit Kerbkucheverkauf darf nicht fehlen. Los geht’s um 9 Uhr an der Gärtnerei Hartmann. Zum Sängerfrühschoppen in der Linde wird für Montag, 11.30 Uhr geladen, und nach einer Prozession am Dienstag, 20.15 Uhr, zur evangelischen Kirche wird die Kerb dann verbrannt (21.30 Uhr).
Die Kerb kann kommen, findet zumindest der Kerbborschenjahrgang 2007 (von links): Michael Glaser, Stephan Haack (2. Bembelträger), Sascha Sommer (1. Bembelträger & Organisator), Rico Seidemann (Kassenwart & Organisator), Mario Keim, Konrad Kehr (Fahnenträger), Andreas Müller (mit Stiefel), Benjamin Heidenreich (Kerbpfarrer & Organisator), (hinten) Dominik Pellmann (2. Fahnenträger), Jonathan Beck, Dennis Samarzija. Auf em Bild fehlen Johannes Jabs und Sascha Schlitz. Foto: Towae
Wiederbelebung alter Tradition auch zur 252. Kirchweih gut gelungen
„Kerbborsche“ als Stimmungsmacher
Dietzenbach (tsk) – Karussell, Autoscooter‚ Schiffschaukel, Lebkuchenherzen‚ Zuckerwatte,Würstchen, Pommes und Süßigkeit aller Arten – die Kerb am vergangenen Wochenende, mit 21 Schaustellernund ihren Attraktionen, die am Dienstag mit dem Verbrennen des „Kerbbobb“ endete, ließ auch für die kleinen Besucher Herzen höher schlagen. Indes waren 16 „Kerbborsche“ unterwegs, um ihr „Unwesen“ zu treiben und Stimmung zu verbreiten. Nach vielen Jahren wurde ldie Tradition der Kerbburschen vor zwei Jahren wiederbelebt und inzwischen scheint sich herumgesprochen zu haben, dass es ganz amüsant ist, einmal „Kerbborsche“ gewesen zu sein, denn es haben sich schon Anwärter auf diesen Posten für die Kerb 2007 gefunden. So sah man die auffällig bekleideten „Stimmungsmacher“ mit schwarzer Hose, weißem Hemd, roter Schärpe und Strohhut nie ohne Kerbfahne, Äppelwoi-Bembel für fünf Liter und stets guter Laune bei der Kerb zwischen Harmonieplatz und Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Aber auch im Festzelt der Feuerwehrvereinigung vor dem Feuerwehrmuseum waren sie zugange. Hier hatten sie einen Wanderpokal für eine Kerbzelt-Olympiade ausgeschrieben und mit drei Teams, den „Kerbborsche“ in spe, dem Team aus der Partnerstadt Neuhaus und dem Team des „Darmstädter Stüb’l“ vor allem um die Wette getrunken. Weizenbier, Äppler, Persiko – ein Kerbbursche muss schon Standfestigkeit beweisen. Aber auch Geschicklichkeit anderer Art war gefragt: Schießen am Schießstand, einen Nagel ins ein Holzbrett schlagen, einen im Wasser schwimmenden Apfel mit dem Mund herausfischen, das alles muss ein Kerbbursche beherrschen, um gegen seine Konkurrenten anzukommen. So spät ein „Kerbborsche“ ins Bett kommt, so früh muss er wieder raus, wenn die Pflicht ruft und es heißt zum Frühschoppen anzutreten. Auch da bewiesen die diesjährigen „Kerbborsche“ Kondition. Schließlich hatten sie sich auf ihr schweres „Amt“ gründlich vorbereitet: in einer sechswöchigen Einarbeitungszeit jeweils Freitag abends in der Licher Pilsstube. Wenn aber der „Schlabbesebbel“‚ der Kerbbobb vor der Licher Pilsstube verbrannt und feierlich zu Grabe getragen ist, dann haben die „Kerbborsche“ endlich Gelegenheit sich von ihren Strapazen zu erholen – aber die nächste Kerb kommt bestimmt…
Für die Kerbborschen 2006 war es ein erfolgreiches und anstrengendes Fest.
Dietzenbach (rz) – Dietzenbach hat ein Brandopfer zu beklagen. Nicht mehr als ein Häuflein Asche ist von dem lustigen Gesellen übrig geblieben. Der war natürlich nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Stroh. Es geht um die „Dietzebacher Kerbbobb“. Sie wurde am Dienstagabend von den Kerbburschen nach einem Kerb Gottesdienst vor der „Licher Pilsstube“ mit Alkohol übergossen und angezündet. Fünf Tage ausgelassenes Feiern in der Altstadt haben damit ihr Ende gefunden.
Was bleibt, ist die Erinnerung an die bunten Buden, Konzerte, Reden und eine Zeltolympiade, die vor allem die Trinkfestigkeit der Teilnehmer auf die Probe stellte.
Prasselnd brannte die Galionsfigur der Dietzenbacher „Kirchweih“ nieder, während die zahlreichen Zuschauer wehmütig in die Iodernden Flammen starrten.
Dazu sangen die Burschen Kerbweisen und erinnerten damit an die alte Dietzenbacher Tradition, die erst seit wenigen Jahren wieder auflebt. Damals taten sich ehemalige Kerbburschen um Rainer Rill und Reiner Wagner zusammen und suchten jüngere Nachfolger. Dass die Tradition kein Auslaufmodell ist, haben sie längst bewiesen. So haben die Burschen um Kerb-Pfarrer Markus Rill ihrerseits jüngere Nachfolger gefunden, die im nächsten Jahr das Kerbburschen-Amt übernehmen wollen.
Prasselnd verbrannte die „Kerbbobb“ am Dienstagabend an der Weiherstraße. Die Kerbborsche um Kerbpfarrer Markus Rill sangen dazu alte Weisen und übergaben ihr Amt an eine jüngere Truppe. Foto: Reinartz
EINEN SONNTAGSKUCHEN-BRINGSERVICE boten die von „Vadder“ Markus Rill angeführten Dietzenbacher Kerbborsche den Bewohnern der Altstadt – und die machten vom süßen Angebot eifrig Gebrauch. Indes: Beim Kirchweihfest, das in der Kommune am Bieberbach seit 1754 Ende Oktober/Anfang November gefeiert wird, konnte vom vergangenen Freitag bis zum gestrigen Dienstag auch deftiger Kost a la Hausmacher zugesprochen werden. In der Licher-Pilsstube, dem Hauptquartier der 16-köpfigen Burschenschar, beim traditionellen Sängerfrühschoppen am Montagmorgen, auf dem Rummel im Bereich Harmonieplatz/Landwehrstraße, im Festzelt vor dem Feuerwehrmuseum und beim Kerbschoppe-Ausklang im Domizil der evangelischen Christuskirchengemeinde gab’s den obligatorischen Dreiklang: Speis, Trank und Geselligkeit. (kÖ/DZ-Foto: Jordan)
Kerbborschen servierten einigen Dietzenbachern das Frühstück / Nachwuchs steht schon fest / Derbe Zelt-Olympiade
Dietzenbach (ing) * Es lebe die Kerb, es lebe die Tradition! Nach 22 Jahren waren im Jahr 2004 die Kerbborschen wieder aktiv, und auch in diesem Jahr sind sie wieder angetreten, um den Dietzenbachern allerlei Spaß und Schabernack zu servieren. 16 an der Zahl; Nachkommen fürs nächste Jahr sind teilweise schon gesichert. Nachdem am Freitag der Kerbbaum mit Selleriekranz und Kerbbobb „Schlabbesebbel“ vor der Licher Pilsstube aufgestellt wurde, folgten Gottesdienst und Ansprache von Kerbpfarrer Markus Rill. Dessen Vater, Drechsler Rainer Rill, einst selbst „Kerbborsche“ wie es in Dietzenbach heißt, steckte seinen Sohn mit dieser Begeisterung an. „Ich finde die Tradition toll“, meint Rill junior. Und Kerbborsche Gerolf Baum ergänzt: „Dietzenbach hat ein paar Traditionen zu wenig. Heute kann ich als Kerbborsche beweisen, dass ich stolz auf die Stadt bin.“ Bis der Trubel allerdings losging, mussten einige Hürden genommen werden: Rund eineinhalb Monate vor dem Kirchweihfest trafen sich die Jungen im Alter von 18 bis 24 Jahren, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Sponsoren suchen, die 2006er-Fahne von Künstler Karl Heinz Wagner organisieren und die Kerbflagge herausgekramen. Ein weiteres Symbol des Dietzenbacher Frohsinns: Der fünf Liter Äbbelwoibembel mit Dietzenbacher Wappen und dem Schriftzug „Kerbborschen 2006″. um beim Kirchweihfest erkannt zu werden, trugen die Jungs schwarze Hose, weißes Hemd, Kreissäge (Strohhut) und nicht zu vergessen die knallrote Schärpe. Der Wanderpokal für die Kerbzelt-Olympiade am Samstag war so neu wie die Veranstaltung selbst. Die Idee hatten sich die 16 Burschen vor einem halben Jahr bei ihren Kollegen aus der Partnerstadt Neuhaus abgeschaut. Vier Teams traten an. Mit dabei die Kerbborschen, der Nachwuchs von 2007, ein Team aus Neuhaus sowie das „Darmstädter Stübl“. Die Teilnehmer mussten einiges vertragen: die Disziplinen waren teilweise hochprozentig. Harmlos begann es mit Weizenbier – ein Glas sollte innerhalb kürzester Zeit ordentlich gefüllt und schnell ausgetrunken werden. In Runde zwei galt es, einen Apfel aus einem mit Wasser gefüllten Behälter mit dem Mund herauszufischen und ihn in einen zweiten Eimer zu transportieren. Die Gaudi war groß, als einige dabei den ganzen Kopf unter Wasser steckten, weil sie den Apfel nicht zu fassen kriegten. Nichts für schwache Mägen war nachfolgende Disziplin: Ein Bier am besten „auf Ex“ trinken und 500 Gramm Kartoffelsalat hinterher essen. Die Verschnaufpause war nur kurz: Ein großes Glas Äppler, in dem ein Glas Persiko stand, wartete darauf, mit Sangria-Strohhalmen ausgetrunken zu werden. Nägel mit der schmalen Seite eines Beils in einen Holzbalken zu hauen, gelang dann nur noch denen, die noch einigermaßen klar sahen. Den Spaß-Wettkampf entschieden schließlich die Kerbborschen für sich. Danach ging es an den Schießstand, um Schmuck für die Kreíssägen zu schießen und anschließend auf eine zünftige Kneipentour. Auf dem Rummel ging der Betrieb gegen Abend erst richtig los: Schiffschaukel, Karussell und Autoskooter waren gut besucht. Viel Zeit zum Ausnüchtern blieb nicht: Um 9 Uhr gestern Morgen war der Weckruf angesagt. Mit Käse- und Streuselkuchen im Bollerwagen zogen die Burschen durch die Stadt; begleitet vom Ordnungsamt und einem alten Feuerwehrauto (Opel Blitz), das sich bemühte, mit dem Signalhorn die Leute aus dem Bett zu holen, während die Jungs mit heiseren Kehlen ihre Ware anpriesen. Auch die Mitarbeiter vom Ordnungsamt machten via Mikrofon Werbung für die 16 Jungs. Mit Erfolg: Mancher Dietzenbacher war noch im Schlafanzug, spendete aber bereitwillig mehr für den Kuchen als die geforderlen zwei Euro. Einige spendierten Schnaps und so stieg der Alkoholpegel stetig. Die Kameraden aus Neuhaus hielten sich lieber am Bier fest; der Äppler war nicht ihr Ding. Die Tour endete in der Licher- Pilsstube. Treffpunkt der Kerbborschen, wo später Bembel und Pokal ihren Platz finden werden.
Auch wenn die Kerbborschen schon weg waren, ging auf dem Rummel am Harmonieplatz der Betrieb munter weiter.
Noch im Schlafanzug waren manche Dietzenbacher, die den Weckruf der Kerbborscheri vemommen hatten und Käse- oder Streuselkuchen abkauften.
So richtig den Kopf gewaschen haben sich die Jungs beim Apfelfischen während der Kerbzelt-Olympiade. Ein Wanderpokal war der Gewinn.
Fotos (3): Zöllner
Quelle: Offenbach Post 30.10.2006
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