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IN KÜRZE (2005)

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IN KÜRZE

 


 

Kerbborsche treffen sich

Dietzenbach (cz) * Vergangenheit und Zukunft treffen am Samstag, 12. Februar, aufeinander: Die „alten Kerbborsche“ der Kerb 2004 und die designierten Nachfolger für dieses Jahr kommen mit ihren Partnern zu einem gemütlichen Beisammensein um 19 Uhr in der „Licher Pilsstube“ (Frankfurter Straße) zusammen. An diesem Abend werden auch die Bilder der vergangenen Kerb gezeigt.

 

Quelle: leider unbekannt

Dietzebäsche Kerbborsche stellten am vergangenen Freitagnachmittag den Kerbbaum (2005)

21 Helfer, inklusive acht Dietzebäsche Kerbborsche stellten am vergangenen Freitagnachmittag den Kerbbaum vor der Licher Pilsstube in der Frankfurter Straße auf. Sie waren nachmittags in den Wald gefahren und hatten sich einen vierzehn Meter hohen Baum ausgesucht, den sie fällten und nach Dietzenbach transportierten. Kerbbursche Markus Rill meinte dazu: „Das war heute so lustig!“ und sein Kollege O.S. hofft: „Der Tag heute war klasse, bestimmt wird der Rest des Wochenendes genauso toll!“.

Foto: Kammermeier

 

 

Quelle: unbekannt

Dietzenbach hat wieder Kerbborsche (2005)

 

Dietzenbach hat wieder Kerbborsche

Seit Mitte September üben elf junge Männer alte Kerblieder und Rituale

Dietzenbach (sago) Nachdem zur 250. Kerb in Dietzenbach im vergangenen Jahr die „alten“ Kerbborschen eine Wiederbelebung der Kerbtradition versuchten. „um der Jugend zu zeigen. wie die Tradition wirklich war“, so Mitstreiter Rainer Rill, fanden sich in diesem Jahr elf Burschen zusammen. die das Wagnis Kerbborsche zu sein in Dietzenbach auf sich nehmen. Seit Mitte September treffen sich die jungen Männer im Alter von 19, 20 Jahren, singen die alten Kerblieder in der Werkstatt vom Rainer Rill, organisieren zum traditionellen Weckruf eine Musikgruppe, stellen ihr Kerbgewand zusammen (Hut und Schärpe sind dabei besonders wichtig) und bauen eine eigene Internetseite auf: www.kerbborsche-dietzenbach.de. Dazu haben sie sich für ihre Kerbborschenschaft 2005 eine Fahne zugelegt und eine neue Fahne für die nachfolgender: Generationen erstellt. Wenn am morgigen Freitag. 28. Oktober, die 251. Kerb: startet. Sollen alle Programmpunkte klappen. dafür hat die aktive Truppe sich vorbereitet. Für die Stadtpost Dietzenbach beschreiben sich die Kerbborschen 2005 wie folgt: Michael Losse: Einer der ganz schnellen Sorte wenn sein Feuerwehr-Piepser losgeht. Ein liebestoller Charmeur und Kerbsanitäter. Markus Rill: Kerbpfarrer in zweiter Generation, der die Kerbborsche zu all dem hier angestiftet hat. Sascha Becker: Partymacher mit dem Quäntchen Glück des Pechvogel: Er ist an allem Schuld, meist auch an gelungenen Partys. Sebastian Wältz: Einer der ganz lustigen Sorte. Mit der wohl schrillsten und schrägsten Lache Dietzenbachs. Marco Krebs: Nachwuchs-Rocker mit Herz und Erster Fahnenträger. Kersten Wurm: Riesen-Nesthäkchen, der auch ohne Leiter die Kerb-Puppe auf den Baum hängen könnte, O. S.: Zweiter Kerbpfarrer und kleiner Stolpervogel mit musikalischer Seele. Philipp Keim: Ein manchmal verpeilter aber herzensguter Mensch der überall und immer schlafen kann. Dennis Nalbach: Zweiter Fahnenträger, Macho Nr. 1, der die Gruppe zusammen hält. Frank Vieweg: Ist als letzter dazu gekommen. Dadurch, dass er immer alles dabei hat, ist er immer eine große Hilfe. Gerolf Baum: das Arbeitstier und der älteste in der Runde, dessen Kamera nie eine Situation verpasst.

 

Auf den „Lumbesack“ wartet ein „heißes Ende“

Vom Baumstellen bis zur Verbrennung der Kerbbobb

Das Kerbprogramm im Einzelnen

Freitag, 28. Oktober: Um 16.30 Uhr Kerbbaum stellen mit Kerbbobb Lumbesack an der Licher Pilsstube. Um 20 Uhr Kerbansprache der Kerbpfarrer Markus und O. vor der Licher Pilsstube

Sonntag, 30. Oktober: Um 9 Uhr Weckruf und traditioneller Kerbkuchenverknuf mit Spielmannszug und den Kerbborschen 2005 und 2004. Verlauf: Rathenaustraße, Gärtnerei Hartmann, Löwenstraße, Schulstraße, Friedrich- -Ebert-Straße. Friedenstraße. Marktstraße. Wilhelm-Leuschner-Straße, Bahnhofstraße, Roter Platz, Darmstädter Straße, Kreisel. Frankfurter Straße, Feldstraße, Wiesenstraße, Westendstraße, Konrad-Lang-Straße zur Licher Pilsstube

Montag, 31. Oktober: 11 30 Uhr Traditioneller Sängerfrühschoppen in der Linde

Dienstag, 1. November: 15.30 Uhr Besuch des Seniorenchores im Göpferthaus; um 20.15 Uhr Prozession zur Christuskirche; 21 Uhr Grabrede mit Kerbverbrennung des „Lumbesack“ vor der Licher Pilsstube.

 

Quelle: Stadtpost Dietzenbach 27.10.2005

Weckruf und Kinderkarussell, Frühschoppen und Autoskooter (26.10.2005)

 

Weckruf und Kinderkarussell,Frühschoppen und Autoskooter

251. Kirchweih: Volles Programm der Kerbburschen, Vereine und Schausteller

Dietzenbach (cz) – „Die Dietzenbacher Kerb is do. Was san die Leut so roh.“ Von Freitag. 28. Oktober. Bis Dienstag, 1. November. Geht es in der Altstadt wieder rund. Was wäre eine Kerb ohne Autoskooter, Ketten- und Kinderkarussell? Freilich dürfen auch die einen oder anderen Imbiss-, Verkaufs- und Vergnügungsstände nicht fehlen. Und so bietet Schausteller Peter Stein zwischen Hannonieplatz und Bonhoeffer-Schule (Schulstraße) wieder reichlich Spaß und Abwechslung. Insgesamt warten 20  Schaustellergeschäfte auf Gäste aus nah und fern. Der Rummel in der Altstadt ist täglich ab 14 Uhr geöffnet. Auch die Vereine nutzen die Kerb zum geselligen Beisammensein. Der Sängerkranz veranstaltet am Kerbmontag ab 10 Uhr im Wirtshaus „Zur Linde” (Darmstädter Straße) seinen Kerbfrühschoppen mit der Chorgemeinschaft Dietzenbach. In zwangloser Runde singen die Aktiven von Germania Frohsinn und Sängerkranz. Mit dem Kerblied geht der Frühschoppen gegen 14 Uhr zu Ende. Der Arbeitergesangsverein „Vorwärts“ lädt ebenfalls zum Kerbfrühschoppen für Montag ein. Los geht’s um 11.30 Uhr in der TG-Gaststätte auf dem Wingertsberg. Bei der Feuerwehrvereinigung können sich die Gäste am Museum (Rathenaustraße] im gut beheizten Zelt Leberkäsbrötchen, Rindswürste und Kuchen schmecken lassen. Geöffnet ist am Kerbsamstag ab 15 Uhr, am Sonntag ab 14 Uhr und am Montag ab 15 Uhr. Der Stammtisch des Fußballclubs am kommenden Freitag steht unter dem Motto „Kerbantrinken“. Ab 19 Uhr knallen die Korken und fließt der Gerstensaft. Elf Kerbburschen sorgen diesmal dafür, dass die Tradition nicht zu kurz kommt. Am Freitag stellen sie um 16.30 Uhr den Kerbbaum vor der „Licher Pilsstube“ (Frankfurter Straße) auf. Natürlich darf da die Kerbbobb nicht fehlen, die zur 251. Auflage der Dietzenbacher Kirchweih den Namen „Lumbesack“ trägt. Weiter geht es an gleicher Stelle um 20 Uhr mit der Ansprache der Kerbpfarrer Markus Rill und O.S.). Am Sonntag hallt ab 9 Uhr der Weckruf der Kerbburschen durch die Altstadt. Auf ihrer Tour von der Gärtnerei Hartmann (Rathenaustraße) durch die Gassen der Altstadt und des Westends bis zur Pilsstube verkaufen die jungen Männer selbst gebackenen und gesponserten Kerbkuchen. Am Dienstag begeben sich die Kerbburschen um 15.30 Uhr auf eine Stippvisite zum Seniorenchor ins Reinhard-Göpfert-Haus (Weiherstraße 24). Um 20.15 Uhr beginnt die Prozession zur Christuskirche (Darmstädter Straße). Das „traurige“ Ende steht gegen 21 Uhr an, wenn die Kerbburschen zur Grabrede und  Kerbverbrennung des „Lumbesacks“ vor der „Licher Pilsstube“ antreten. Bevor die Gaudi losgeht, lädt die evangelische Christuskirche für den morgigen Donnerstag, 27.0ktober, dem eigentlichen Tag der Kirchweihe. um 19 Uhr zum Kerbgottesdienst ein. Die Chöre der Gemeinde gestalten den Gottesdienst mit. Zudem wird am Dienstag ein Kerbschoppen im Gemeindehaus (Pfarrgasse 3) veranstaltet. Ab l0 Uhr gibt es dort Hackbraten, Fleischwurst, Bratwurst und Kartoffelsalat. Bereichert wird der Abend mit der ein oder anderen Einlage in Form von Liedern, Gedichten und kurzen Vorträgen.
Weitere Informationen zur Kerb im Internet:www.kerbborsche-dietzenbach.de

Quelle:
26.10.2005

Tradition bleibt weiter erhalten (2004)

 

Tradition bleibt weiter erhalten

Kerbburschen für 2005 vorgestellt

 

Dietzenbach (rz) –  Die Kerb ist tot. Lang lebe die Kerb! Obwohl die 250. Kirchweih vorbei ist und die Kerbpuppe von Flammen verzehrt wurde. Rind die diesjährigen Kerbburschen um Rainer Rill frohen Mutes. Sie haben das geschafft, was niemand für möglich gehalten hätte. Sie konnten neun junge Männer dafür begeistern, im nächsten Jahr das 22 Jahre vakante Kerbburschen-Amt zu übernehmen. „Wir sind froh, dass sich jetzt ein paar junge Leute gelunden haben, die sich für die tolle Tradition engagieren‘, meinte Rill. Zuvor waren die Kerbburschen in einer Prozession am Dienstagabend durch die Altstadt gezogen und überbrachten dem Heimatverein den Erlös von 1000 Euro aus dem Kuchenverkauf beim „Werkruf“. Außerdem statteten sie dem Kerbschoppen der Christuskirchengemeinde einen Besuch ab. wo sie mit zum Teil derben Wizzen und Ansprachen das Publikum zum Lachen brachten. Endstation des Umzugs war die „Licher Pilsstube“ an der Weiherstraße. In einem nachgespielten Gottesdienst auf offener Straße wurden dort die Kerbburschen des Jahres 2005 den Zuschauern vorgestellt. Mit einer Klobürste segneten die Kerpfarrer die Neulinge und gaben ihnen aus eigener Tasche 100 Euro Startkaplital mit auf den Weg. „Immerhin war das die 250.Kirchwelh, und wir wolllten mit unserem Auftritt einerseits das Jubiläum feiern, aber auch junge Leute motivieren“, erklärte Rainer Rill. „Dass es aber so gut lief und sich wirklich ein paar junge Männer fanden, die diese schöne Tradition fortführen wollen, ist wirklich Glück gewesen“. Warum Gerolf Baum. Philipp Keim, Markus Rill, Marco Krebs, Sebastian Wältz, Dennis Nalbach, O. S., Michael Glaser und Tristan Gibson im nächsten Jahr das Kerbburschen-Amt  übernehmen wollen, wissen sie ganz genau. „Wir wollen die Tradition hochhalten, und außerdem macht so was ja auch jede Menge Spaß“, begründete etwa Markus  Rill sein Engagement. So versprechen die Kerbtage im Herbst 2005 „Party ohne Ende“zu werden. lautet die einhellige Meinung der zukünftigen Kerbburschen. Dabei warten auf sie jede Menge Temine, weiß Rainer Rill aus Erfahrung zu berichıen. „Jeden Tag stehen da mindestens drei bis vier Termine auf dem Plan.“ Auch hoffe er, dass die „Jungs“ alte Traditionen wie etwa die „Kneip-Kur“ wiederbeleben. bei der die Kerbburschen an einem Tag von einer Kneipe zur nächsten ziehen.

 

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Lichterloh brannte die Kerbpuppe (2004)

Lichterloh brannte die Kerbpuppe am Dienstagabend vor der „Licher Pilsstube“ an der Weiherstraße (oben). Mir der rituellen Verbrennung wurde das Kírchweihfest beendet. Die diesjährigen Kerbburschen stellten während eines „Gottesdienstes“ auf der Straße die neun jungen Männer vor, die im nächstes Jahr das Kerbburschen-Amt übernehmen wollen. Diese erhielten neben einer Einsegnung mit einer nassen Klobürste durch die Kerbpfarrer (unten) auch 100 Euro Startkapital. Fotos (2): rz

 

Quelle leider unbekannt

Hannebambel (2004)

 

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Da hängt er, der „Hannebambel“. Gestern haben die Kerbburschen die Kerbbopp, die einem so genannten Superstar nicht unähnlich sehen soll, mitsamt einem Kerbbaum vor der „Licher Pilsstube“ aufgestellt. Langes Leben ist der Puppe nicht beschert: Am Dienstag um 21.30 Uhr wird sie verbrannt.

 

Quelle: leider unbekannt

Ehemalige basteln den „Hannebambel“ (2004)

 

Ehemalige basteln den“Hannebambel“

Kerbborschen der Kerbjahrgänge 1977 – 1983

Dietzenbach (red) – (sago) Sie möchten eine alte Tradition wieder aufleben lassen und all die Elemente des früheren Kerbgeschehens erneut mit Leben füllen. In der Hoffnung, dass sich jugendliche Gruppen im Alter von 17 oder 18 Jahren wieder für diesem Brauch erwärmen lassen, zeigen sie dieses Jahr – als alte Kerbborschen, was dafür alles zu bewerkstelligen ist. So musste nun zunächst die Kerbbobb, mit dem Namen Hannebambel hergestellt  werden, natürlich bekommt sie den Kommunionsanzug eines Mitglieds der Kerbborschen angezogen. Am Ende der Kerb, am 2. November wird sie ihr kurzes Leben beendet haben und vor der Licher Pilsstube um 21 Uhr verbrannt werden. Doch dazwischen werden die Borschen ihren Kerbbaum stellen, zu beobachten am Freitag um 15.30 Uhr an der Kerbzentrale (die Licher Pilsstube in der Frankfurter Straße). Danach werden die letzten Kerbpfarrer Rainer Rill, Reiner Wagner und Peter Maul ihr Kerbansprache halten. Am Sonntag, 31. Oktober, soll sich niemand wundern, wenn er von einem Männerchor lieblich geweckt werde: Die Kerbborschen mit Spielmannszug und dem Hundeverein machen ab 9 Uhr Dietzenbach unsicher. Sie bringen Kuchen und sammeln dafür Spenden, die sie dem Heimatverein übergeben werden.

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Beim Kerbbobb-Baschtele: von links versammeln sich um Hannebambel im Kreis: Rainer Rill, Peter Maul, Roland Herbert, Axel Schäfer, Jürgen Altmannsberger und Reiner Wagner. Gut hoch wird die Puppe angebracht werden, damit sie den Kerbborschen niemand wegnimmt, denn sie darf bis zu ihrem „natürlichem Ende“ bei der Kerbverbrennung, bis zum 2. November leben.

Text/Foto sago

 

Quelle: leider unbekannt

ldealiste gehn als Kerbborsche uff die Piste (2004)

 

ldeaIiste gehn als Kerbborsche uff die Piste

250. Kirchweih: Weckruf der „Ehemaligen“ / Kuchenverkauf fürs Heimatmuseum / Jugendliche Nachfolger angekündigt

Von Barbara Schulze

 

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Dietzenbach *  Der letzte Oktobersonntag in Dietzenbach. Früh um neun ist es noch duster und diesig. Wer jetzt nicht raus muss, dreht sich nochmal im Bett um und freut sich auf ein paar zusatzliche Stunden Schlaf. Doch die Hoffnung trügt – zumindest in den Wohngebieten von Altstadt und Westend. „Aufstehen!“, tönt es aus zahlreichen krächzenden Männerkehlen durch die Straßen. Begleitend dazu lässt die Musikervereinigung ihre Instrumente erschallen. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren sind am Kirchweihsonntag die Kerbborsche wieder zum traditionellen Weckruf unterwegs. Mit angegrautem Haar und etwas füllig um die Taille sind die Männer in ihrer Uniform aus schwarzer Hose, weißem Hemd, Strohhut und roter Schärpe zwar nicht mehr so ganz borschehaft. Dafur haben sie aber den festen Vorsatz, die alte Dietzenbacher Tradition zum 250. Kirchweihfest wieder aufleben zu lassen. Etwa 25 Kerbborsche aus den Jahrgängen 1977 bis 1982 haben unter der Regie der letzten drei „Kerbpfarrer“ Reiner Wagner, Rainer Rill und Peter Maul im Jubiläumsjahr zusammengefunden, um zu zeigen, welchen Stellenwert die Kerbfeierlichkeiten im Ort einmal hatten. Gab es doch abseits von dem Rummel um die Fahrgeschäfte eine ausgefeilte Kultur an Festlichkeiten, die fast eine Woche andauerte. Auch in diesem Jahr haben die „Ehemaligen“ schon kräfftig zugelangt. Seit dem feuchtfröhlichen Antrinken am Freitagabend steht an der Kerbzentrale „Licher Pilsstube“ der Kerbbaum mit der Bobb (Puppe) namens „Hannebambel“ (wir berichteten). „Nun sinn hier e paar Idealiste, die gehn noch mal als Kerbborsche uff die Piste“, haben die Burschen im gesetzten Alter bei den Kerbreden verlautbaren lassen. Offen und ehrlich bekannten sie auch: „lhr seht, lhr liebe Leit, an uns da nagt auch schon der Zahn der Zeit!“ Das wird zumindest beim Weckruff-Umzug nicht spürbar. Voller Energie sausen die „Borsche“ durch die Straßen, brüllen ihre Kommandos, singen ihre Lieder und drücken auf die Hausklingeln, um den „Kerbkouche“  (Kerbkuchen) loszuwerden. Einem alten Brauch folgend, haben die „Borschenfamilien“ und zahlreiche Kerbanhänger plattenweise „Riwwelkouche“ (Streuselkuchen), „Käskouche“ und „Appelkouche“ gebacken, der nun an der  Haustür verkauft wird. Mindestens „Zwofuffzich“ muss rüberkommen, wenn mal wieder ein Stück über den Gartenzaun den Besitzer wechselt. Angesichts des bunten Treibens geben die aus dem Schlaf gerissenen Anwohner gerne mehr. Den Gesamterlös haben die Kerbborsche dem Heimatverein versprochen. Untersiutzt werden sie durch die Mitglieder des Vereins für Schutz- und Gebrauchshunde, die unentwegt vom Wingertsberg über Altstadt und Westend bis zur Kerbzentrale mitmarschieren. Seit Jahren schon engagieren sie sich für den Erhalt der Kerbtradition. Jetzt haben sie nicht nur Kuchen gebacken, sondern verstärken die Gruppe auch stimmlich. „Wem ist die Kerb? Uns!“ lautet der immer wiederkehrende Ruf. „Ihr macht ganz schön Krach heute Morgen“, stöhnt so mancher Anwohner. Nur selten aber treffen die Kerbtraditionalisten auf wirkliches Unverständnis „lch glaube, der versteht uns nicht“, mutmaßt Reiner Wagner, als ein streng blickender Herr im Schlafanzug auf den Balkon eilt. Doch auch das hochdeutsche Angebot „Wir bringen Ihnen frischen Streuselkuchen“, nutzt in diesem Fall nichts. Mit der Zeit steigt die Stimmung gewaltig. Viele große und kleine Dietzenbacher haben schon gewartet, die Wirte der anliegenden Kneipen stehen mit stärkenden Getränken parat, so manche Schnapsfasche wandert vom Fenster in die mitgeführten Bollerwagen. Beim Bäcker Krapp wird der Kuchenvorrat aufgefüllt, Metzger Mörtel steuert Fleischwurst für die Wandernden hinzu. Gegen Ende tauchen von überall her weitere ehemalige Kerbborsche auf. Walter Altmannsberger etwa, der von 1949 bis 1951 dabei war. „Ich finde es richtig gut, dass die Tradition endlich wieder aulebt“, freut er sich. Beim Abschluss an der „Licher Pilsstube“ stimmen alle kräftig in das Kerblied mit ein.  Danach ist Erholung angesagt. Zumindest bis morgen, wenn nach dem Umzug zur Christuskirche gegen halb zehn „Hannebambel“ an der Kerbzentrale verbrannt wird. Dann verabschieden sich die Kerbborsche mit einer Überraschung. Sie präsentieren eine Gruppe junger Männer, die im kommenden Jahr die Nachfolge antreten soll, Denn: „Zeit werds für neue Borsche!“, haben die alten bereits angekündigt.

 

Quelle: leider unbekannt

 

Wie das Amen in der Kirche (2004)

Notizbuch der Woche

Wie das Amen in der Kirche

Wie das Amen in der Kirche foto

Von Norman Körtge


Die Kerb ist tot, es lebe die Kerb! Vor allem der zweite Teil des Ausspruchs traf in diesem Jahr zu – wie schon lange nicht mehr. Denn rechtzeitig zum 250. Kirchweihfest lebten in der Kreisstadt wieder Traditionen auf, die viele – vor allem „Eingeplackte“ und jüngere Menschen – nur noch aus Erzählungen älterer Dietzenbacher kannten: Allen voran das feuchtfröhliche Treiben der „Kerbborsche“‘. Manche Bürger wussten noch nicht einmal den Grund, warum sich jedes Jahr Ende Oktober die Landwehrstraße und der Harmonieplatz in eine nach Popcorn, Mandeln und Zuckerwatte duftende Kerbstraße verwandelte, in der die unterschiedlichsten Schausteller ihre Geschäfte aufgebaut hatten. So erinnert sich der Kolumnist an eine – sicherlich nicht repräsentative – Umfrage, die er vor einigen Jahren unter den Rummel-Besuchern durchführte. Die wenigsten konnten die Frage beantworten, warum die Kerb gefeiert wird. Stirnrunzeln und Achselzucken waren die häufigsten Antworten. Dabei steht der Grund für eben dieses „Fest der Feste“, wie es Heimatforscher Heinrich Jakob Berz in seinen Erinnerungen genannt hat, nur etwa hundert Meter Luftlinie entfernt: die Christuskirche, welche eben vor 250 Jahren, am 27. Oktober 1754, eingeweiht wurde. Wenn man den Chronisten glauben darf, säumten damals tausende von Menschen aus  Dietzenbach und Umgebung die Straßen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich eine ausgefeilte Kerbtradition, die aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr ausgedünnt wurde. Zwar gab es die ganze Zeit über einige wackere Traditionalisten in der „Licher Pilsstube“ oder beim „Kerbschoppen“ der Christuskirche sowie einige weitere Vereine, die die Kerb feierten. Doch all dies passierte zuweilen ohne großes Aufsehen in der Bevölkerung. Eben nicht so wie etwa in der Nachbarkommune Dreieich. Umso erfreulicher, dass die „Kerbborsche“, die bereits vor mehr als 20 Jahren das Amt ausübten, in diesem Jahr aus der Not eine Tugend machten und sich anlässlich des Jubiläums mit schwarzer Hose, weißem Hemd und roter Schärpe – nicht zu vergessen ihrem Durst – wieder unter das Volk mischten. Freilich in abgeschwächter Form, denn aus den jungen Männern von einst sind inzwischen Herren im gesetzten Alter geworden. Ihr Einsatz hat sich gelohnt: Den Kerb-Senioren ist es gelungen, in der modernen Kreisstadt ein Stück Brauchtum zu neuem Leben zu erwecken. Und nicht nur das: Als Kerbpfarrer riefen Reiner Wagner, Rainer Rill und Peter Maul auch die Kirche wieder ins Gedächtnis zurück – wenn zuweilen auch auf eine veralbernde Art und Weise. Aber dies gehört offenbar dazu wie das Amen in der Kirche. Bleibt zu wünschen, dass die am Dienstagabend mit einer Klobürste „eingesegneten“ Kerbburschen 2005 in die traditionellen Fußstapfen treten. An der Einstellung scheint es nicht zu mangeln. „Party ohne Ende“ erhoffen und versprechen sie für das nächste Kirchweihfest. Die Kerb ist tot, es lebe die Kerb!

 

 

Quelle: leider unbekannt

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