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Komplett aus Stroh (19.10.2018)

Die 264. Kerb wirft ihre Schatten voraus

Komplett aus Stroh

Die Kerbborschen präsentieren stolz ihren Kerbbob, dessen Name erst bei der Eröffnung preisgegeben wird. ■ Foto: p.

DIETZENBACH ■ Nicht nur Stroh im Kopf, sondern gleich im ganzen Körper hat das neue Mitglied der Kerbborsche. Sein Stil mit blauen Turnschuhen, einem orangenem Hut und einer kleinen Umhängetasche orientiert sich zumindest an jenem seiner Vorgänger. „Die Kerbbobb ist jetzt unser Kumpel“, scherzt Daniel Schmedemann, Kopf der Bande. Die Kerbborsche haben sich mit Kabelbindern, einem Maleranzug sowie weiteren Utensilien getroffen, um einem Haufen Stroh Form zu geben. „Das Füllmaterial haben wir vom Bauern Heberer bekommen, er möchte uns dafür auf der Kerb besuchen“, berichtet Schmedemann.

Besonders eifrig nestelt der Neuzugang der Borsche an der Kerbbobb herum. Der tükischstämmige Kadir Türkemis ist über seine Freunde mit dem Dietzenbacher Brauchtum in Berührung gekommen. „Eine Puppe aus Stroh basteln als Symbol für die Kerb? Das ist doch einfach etwas Schönes“, meint Türkemis. Welchen Namen die Jungen und Mädchen ihrer Kerbbobb gegegben haben, verraten sie der Öffentlichkeit allerdings erst in ihrer Eröffnungsrede zur 264. Kerb.

Die Kerb findet von Freitag, 26., bis Dienstag, 30. Oktober, rund um Harmonieplatz und Landwehrstraße in der Altstadt statt. Es warten wieder Fahrgeschäfte und viele Buden mit Essen, Süßwaren und Attraktionen. Die Kerbborsche werden sich oft auf dem Kerbplatz blicken lassen samt ihrem Gefolge, was jedes Mal ein kleines Spektakel ist. Das Theater Schöne Aussichten und das Feuerwehrmuseum laden mit verschiedenen Veranstaltungen zu sich ein. Dienstag ist Familientag auf dem Kerbplatz. Das Kerbbaumstellen steigt am Freitag, 26. Oktober, gegen 16 Uhr auf dem Harmonieplatz. ■ ron

Quelle: Offenbach Post (online) 19.10.2018

Diabolische Harmonie (11.10.2018)

Endspurt der Kerbvorbereitungen

Diabolische Harmonie


Leon Bell, Sarah Morian, Robin Schleich, Fabian Dechant, Daniel Schmedemann, Andreas Siffermann, Kevin Gieseler, Maximilian Imhof und Laura Aracu posieren bereits in Schwarz-Weiß. Nicht auf dem Bild, aber ebenso voller Vorfreude auf die Kerb: Victoria Radchenko und Kadir Türkemis. ■  Foto: p

DIETZENBACH ■ Der Endspurt beginnt: Acht junge Männer und drei junge Frauen haben sich in Schale geschmissen, um die Tradition rund um das Thema Kirchweih ein weiteres Jahr aufleben zu lassen. In den letzten Wochen wurde fleißig Liedgut einstudiert, Hutgrößen wurden gemessen und allerlei sonstige Vorkehrungen getroffen. Um ihre Heimat und das Obdach während der fünf Festtage miteinander verschmelzen zu lassen, haben sich die Kerbborsche das Motto „Harmonisch diabolisch“ auf die Fahne geschrieben. „Harmonisch“ zielt auf die in diesem Jahr neue alte Kerbzentrale, die Gaststätte „Harmonie“ ab: Die Inhaber Niko und Anastasia Papadopoulos sind diesmal die Kerbeltern und stellen die Verpflegung der Jungs und Mädels über das Kirchweihfest sicher. Zur Kerb vom 26. bis 30. Oktober zieren sich die Jungs mit Kerbhüten und roten Schärpen, die Mädels schlüpfen in die Rollen der „Zischeuner“, der Dompteuse und des Bären.

Insbesondere beim Frühstück einholen und dem sonntäglichen Weckruf haben die Borsche ihren großen Auftritt. Mit Bembel, Fahne und Co. sind die Borsche weder zu überhören noch zu übersehen. Auch den traditionellen Kerbkuchenverkauf wird es während des Weckrufes und – solange der Vorrat reicht – danach auf dem Kerbplatz geben. Um sich ihre Wahrzeichen finanzieren zu können, sind die Jungen und Mädchen seit Montag unterwegs, um Spenden zu sammeln. Auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt. Als Dank erhalten besonders großzügige Unterstützer einen Abzug des diesjährigen Jahrgangsfotos.

Die Route für den Weckruf dürfte Kerbfreunden nicht fremd sein, man setzt auf Bewährtes. Sie wird in den kommenden Tagen von unserer Zeitung veröffentlicht. ■  wac

Quelle: Offenbach Post (online) 11.10.2018

 

 

Die Tradition weiterleben lassen (24.7.2018)

Kerbvereine des Kreises Offenbach beraten, wie sie gemeinsam die Zukunft der Kirchweihen gestalten können

Von Burghard Wittekopf

DIETZENBACH * Die Lage ist sehr ernst und könnte dramatisch enden. Einige Teilnehmer bringen sogar eine feste Grenze mit Schlagbaum und Zollhäuschen zwischen Ober- Roden und Urberach ins Spiel. Jetzt ist die lokale Politik dringend gefordert, um das Schlimmste zu verhindern. Auslöser des Streits ist die Fahne des Kerbvereins Ober-Roden. Die wurde von den mutigen Kerbborsche aus Urberach in einer Nacht und Nebelaktion geraubt. Dieses Vorgehen ist übrigens nach dem ungeschriebenen Gesetz der Kerbborsche straffrei und kann von der Justiz nicht geahndet werden.
„Wir haben die Fahne wieder zurückgegeben“, betont der Urberacher Kerbborsch Lucca Dörrstein. „Aber das versprochene Lösegeld steht noch aus.“ Laut eigenen Angaben sollten entweder zehn Kisten Bier für das Grillfest übergeben werden oder mindestens 300 Euro in die Kasse des Kerbvereins Urberach fließen. Doch nichts davon ist bisher geschehen, beklagen sich die Urberacher. Jetzt sei die Politik an der Reihe, um die Wogen zu glätten.
Um solche und viele weitere wichtige Themen geht es beim „1. Stammtisch der Kerbvereine“ in der Gaststätte zur Harmonie. Eingeladen hat der Dietzenbacher Kerbverein. Der Anfang ist gemacht. So treffen sich Vertreter aus der Kreisstadt, Langen, Urberach und Götzenhain, um sich beim geselligen Beisammensein über das Leben im und rund um den Kerbverein auszutauschen.

Mitglieder von verschiedenen Kerbvereinen des Kreises posieren vor der Harmonie. Fotos: bw

Trinkfest muss man als Kerbborsch schon sein, denn es fließt reichlich Bier. Ein Stiefel, den die Hausherren gespendet haben, macht schnell die Runde.
Begrüßt werden die rund 30 Gäste vom Vorsitzenden des Dietzenbacher Kerbvereins, Peter Maul. Bereits im vergangenen Jahr kamen die Vorstände zusammen. Aus diesem Treffen haben sich gegenseitige Besuche auf den jeweiligen Kirchweihfesten entwickelt. Denn es gilt, die Tradition zu erhalten und Nachwuchs zu gewinnen, damit die Geschichte weiterlebt. Vereine wie Dreieichhain sind darin äußerst erfolgreich. Dort ist die Kerb tief verwurzelt, so gibt es mehr als 40 Kerbborsche. „Die haben eine andere Tradition“, sagt Uwe Schmedemann“, stellvertretender Vorsitzender vom Dietzenbacher Kerbverein. „Bereits kurz nach der Geburt bekommen die Kinder mitgeteilt, wann sie Kerbborsch sein dürfen.“ Außerdem hat der Kerbverein das Fest komplett selbst in der Hand und kann bestimmen, wer auf den Platz darf und wer nicht. Der Urberacher Kerbverein ist nach eigenen Angaben erfolgreich: So haben sich dieses Jahr 25 Kerbborsche zusammengefunden. Das passt gut, denn der Verein feiert sein 25 jähriges Bestehen.
Das 35-Jährige zelebriert in diesem Jahr der Langener Kerbverein: „Diesmal allerdings ohne Kerbborsche“, sagt der Vorsitzende Alexander Seipp. Der Verein ist mehr auf den Festen wie dem Ebbelwoi-Fest vertreten. „Die eigentliche Kerb spielt bei uns eine kleine Rolle“, berichtet Andrea Seipp. Die Langener erhoffen sich von dem Treffen neue Inspiration, wie man Mitglieder gewinnen und halten kann.

Ralf Wentz vom Götzenhainer Kerbverein gönnt sich einen Schluck aus
einem Bierstiefel.

„Wir haben dieses Jahr auch keine Kerbborsche“, wirft Ralf Wentz ein. Er vertritt den Kerbverein Götzenhain. Aber traurig sind die Götzenhainer nicht, denn mit einem breiten Lächeln fügt er hinzu: „Wir haben fesche Kerbmädels.“ Um Mitglieder zu gewinnen, geht der Kerbverein in Grundschulen und macht den Kindern die Kerb spielerisch schmackhaft. Wentz ist vom Stammtisch begeistert und freut sich über den regen Austausch. Die Götzenhainer feiern dieses Jahr zwei besondere Jubiläen: Zum einen 700 Jahre Götzenhain und das 30-jährige Bestehen des Kerbvereins.

Neun Kerbborsche
in der Kreisstadt

Der Dietzenbacher Ableger freut sich darüber, dass mit Laura Aracu, Andreas Siffermann, Fabian Dechant, Maximilian Imhof, Sarah Morian, Victorija Radchenko, Robin Schleich, Daniel Schmedemann und Leon Bell neun mutige Kerbmädels und -borsche gefunden wurden.
Vorstand Peter Maul sieht nach dem Treffen Handlungsbedarf im Verein: „Wir müssen unsere Satzung ändern, die ist viel zu kompliziert“, resümiert er. Das habe er im Austausch mit den anderen Vorständen gesehen. Ansonsten sei das Treffen super gelaufen. „Es ist schön, dass die Tradition der Kerbvereine immer noch weiterlebt.“ Aber man müsse daran arbeiten. Es sei nicht einfach, Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. „Aber wenn sie einmal Blut geleckt haben, dann sind sie mit Leib und Seele bei der Sache dabei.“

 

Quelle: Offenbach Post (online) 24.7.2018

 

 

Feier nach gelungener Kerb und Ständchen für Unterstützer (27.11.2017)

Feier nach gelungener Kerb und Ständchen für Unterstützer

Die Kerb ist vorbei, alles ist gut überstanden. Ein Grund für die Mitglieder des Kerbvereins, zur offiziellen Abschlussfeier zusammenzukommen. Zahlreiche Altkerbborsche sangen gemeinsam mit den diesjährigen Schärpenträgern Kerblieder und feierten in der Gaststätte „Harmonie“ ausgelassen die traditionelle Nachkerb. Ein lautstarkes „Dem Spender sei ein Trullala“ ertönte dabei auch speziell für die Dietzenbacher Betriebe, Vereine und Privatpersonen, denen die Borsche und der Verein für ihre große Unterstützung danken möchten. Nach dem Motto „nach der Kerb ist vor der Kerb“, richtet sich der Blick nun nach vorne und die Planung fürs nächste Jahr beginnt. * zsd/Foto: zsd

 

Quelle: Offenbach Post Online 27.11.2017

Während die Besucher … (9.11.2017)

Während die Besucher den letzten Tag der Dietzenbach Kerb mit halben Fahrpreisen richtig auskosteten, bereiteten sich die Kerbborsche allmählich auf den Abschied des Festes vor. Am Abend zogen sie samt Gefolge im Fackelzug durch die Altstadt zur feierlichen Beerdigung vor der Kerbzentrale auf dem Harmonieplatz. Vor großer „Trauergemeinde“ ließen die Borsche die Ereignisse der vergangenen fünf Tage noch einmal Revue passieren. Nach der Grabrede und der anschließenden Segnung der Gäste durch die Kerbparre‚ wurde die Kerbbobb namens Schorsch Schnippel ihrem Schicksal übergeben und zusammen mit der Kerb verbrannt. Ein letztes Mal erklang dabei das Dietzenbacher Kerblied und mit dem Ruf „Wem war die Kerb? – Unser!“ beendeten die Borsche endgültig das diesjährige Kirchweihfest. Text/Foto: Dreger

 

Quelle: Dietzenbach Stadtpost 9.11.2017

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