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Zottels Geschichtsstunde

Parre Zottel (Uwe Schmedemann) hat sich 2011 gefragt, weshalb wir in Dietzenbach die Kerb so feiern, wie wir sie feiern. Wo kommt das Brauchtum her, wer hat es erfunden?. Niemand aus dem Verein hatte darauf konkrete Antworten. Es wurde so gefeiert, wie man es in den 70/80er-Jahren machte. Aber was war davor?
Um Antworten auf seine Fragen zu erhalten, hat ehemalige Kerbbborsche, Pfarrer und Zeitzeugen interviewt, die von der Nachkriegszeit und bis heute aktiv waren. Er hat in den Archiven der Stadt und des Kreises Offenbach recherchiert, Chroniken, Bücher, Aufzeichnungen von Dietzenbachern durchgeackert. Er musste feststellen, dass zu der Kerbborschentradition nicht viel niedergeschrieben wurde. Aber einiges hat er doch gefunden.
In dieser Serie „Parre Zottels Geschichtsstunde“ findet ihr die Beiträge, die er zu unseren schönen Kerb und den Brauchtümern zusammengetragen hat.
Wir danken den Autoren und Herausgebern für die Erlaubnis die Beiträge hier zu veröffentlichen zu dürfen und wünschen euch allen viel Spaß beim Schmökern.


Was ist Kerb?


Was ist Kerb?

Kerb ist in unserer Region der Ausdruck für Kirchweih (Kirwe, Kerwe, Kirb…). Kurz gesagt, wir feiern alljährlich den Geburtstag unserer Kirche, der Christuskirche in der Darmstädter Straße. Die Christuskirche wurde […]





Uff de Kerb


Uff de Kerb

Uff de Kerb Von Jakob Heinrich Berz 1981 Das „Fest der Feste“ aber war alljährlich fürs ganze Dorf die Kerb. Sie wurde stets am Sonntag nach Simon Judäa, also am […]





Die Kerb in Dietzenbach


Die Kerb in Dietzenbach

Die Kerb in Dietzenbach von Hedi Weilmünster Die Dietzenbacher „Frohsinn“ Kerbburschen 1925 vom „neuen Löwen“. Als Bembelträger der Sohn des Löwenwirtes Heinrich Heberer (Fotoarchive Weilmünster) Im alten Dietzenbach waren die […]





Kirchweihbrauchtum in der Dreieich im Spiegel von drei Jahrhunderten


Kirchweihbrauchtum in der Dreieich im Spiegel von drei Jahrhunderten

Kirchweihbrauchtum in der Dreieich im Spiegel von drei Jahrhunderten von Gerd J. Grein Das Kirchweihbrauchtum des Odenwaldes ist in der älteren heimat- und volkskundlichen Literatur mehrfach behandelt worden[1]. Neuerdings hat […]





Dietzenbacher Kerb


Dietzenbacher Kerb

Dietzenbacher Kerb von Heinrich Weilmünster, Lina Weilmünster, Margret Beck Die Dietzenbacher Kirchweih (Kerb) war früher der Höhepunkt des Jahres. Es war die Zeit, zu der die Ernte schon eingefahren war […]





Jahreszeitliche Feste – Kindheit in Dietzenbach zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg


Jahreszeitliche Feste – Kindheit in Dietzenbach zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg

Jahreszeitliche Feste – Kindheit in Dietzenbach – zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg Feste in einem Dorf gaben immer allen Feiernden Gelegenheiten, Neuigkeiten aus­zutauschen, sich zu einem gemütlichen Beisammensein zu […]





Die Zigeuner vom Hexenberg (Langener Wochenblatt von 2.5.1806)


Die Zigeuner vom Hexenberg (Langener Wochenblatt von 2.5.1806)

Die Zigeuner vom Hexenberg (Langener Wochenblatt von 2.5.1806) Zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts hatten sich die gelbbraunen Schwärme der Zigeuner über die meisten Länder Europas ausgebreitet. Der gemeine Mann betrachtete […]





Wem is die Kerb? – Unser!


Wem is die Kerb? – Unser!

Wem is die Kerb? – Unser! Von Frank Oppermann Wohl kaum ein anderer Schlachtruf wie die immer wieder lautstark und selbstbewußt in die Menschenmenge des Volksfestes gerufene scheinbare Frage der […]





Interview mit Arthur Keim vom März 2013


Interview mit Arthur Keim vom März 2013

Interview mit Arthur Keim vom März 2013 von Uwe Schmedemann (Parra Zottel) Arthur Keim ist heute der älteste noch lebende Kerbborsch von der Harmonie. Er ist 1927 geboren und war […]





Dietzebächer Kerb (Hedi Weilmünster)


Dietzebächer Kerb (Hedi Weilmünster)

„Dietzebächer Kerb” Hedi Weilmüster erzählt über die alten Zeiten… „Wenn wir so zurückblicken, wie es früher war, gibt’s keinen Vergleich mehr, ganz klar. Die „Kerb“ war der höchste Feiertag im […]





Die erste Kirchweih


Die erste Kirchweih

Im dreißigjährigen Krieg wurde das Kirchenschiff unserer evangelischen Kirche schwer beschädigt und seither nur notdürftig geflickt. Außerdem ist sie, für die in den letzten Jahrzehnten, angewachsene Gemeinde viel zu klein […]



Wem is die Kerb? – Unser!

Wem is die Kerb? – Unser!

Von Frank Oppermann

Wohl kaum ein anderer Schlachtruf wie die immer wieder lautstark und selbstbewußt in die Menschenmenge des Volksfestes gerufene scheinbare Frage der Kerbburschen „wem ist die Kerb?” und die darauf auch gleich von denselben Burschen noch lautstarker gegebene Antwort „unser!”, zeigt Bedeutung und Wandel von öffentlichen Festen besser auf als dieser Spruch. Der jeweilige Jahrgang der zum Militär einrückenden jungen Männer bestimmte das Kerbgeschehen, „ihnen war die Kerb”, sie tanzten am meisten, sie tranken am meisten und sie organisierten sich, um die Musikkapelle zu bezahlen, um das örtliche Geschehen des vergangenen Jahres zu persiflieren und um die Kerb mit vielerlei Aktionen auszugestalten. Und wehe, wenn eine andere Jahrgangsgruppe oder gar Burschen aus benachbarten Orten die Beantwortung dieser Frage übernahmen, so war dies oft genug Signal für eine Massenrauferei.

Wichtigste Voraussetzung dieser Kerbbräuche war eine sich stützende und sich auch andererseits kontrollierende soziale Dorfgemeinschaft, mit von allen akzeptierten oder zumindest mitgetragenen Verhaltensregeln. Obwohl der religiöse Bezug der Kirchweihfeste – falls überhaupt je vorhanden – sich relativ früh, wohl schon im Mittelalter, löste, blieb die Sozialverbindlichkeit der Kerb als das einzige öffentliche Fest einer Gemeinschaft lange erhalten. („Die Kerb ist unser!”) Sie war das verbindliche Ergebnis einer Ortsgemeinschaft, zu dem auswärtige Verwandte eingeladen wurden, nicht mehr am Ort wohnende Bürger zu Besuch kamen; sie war der öffentliche Treffpunkt der Jugend dieser Gemeinschaft schlechthin, der Heiratsmarkt, Nachrichtenbörse und gemeinschaftliches aktives Feiern gleichermaßen darstellte.

Doch dies hat sich heute geändert. Mit einem Wandel unseres gesellschaftlichen Wertesystems ist die Kerb nicht mehr das was sie war und zu einem unter vielen Volksfesten degradiert. Die Rolle der heutigen dörflichen oder kleinstädtischen Öffentlichkeit beschränkt sich auf passives Zusehen oder

Konsumieren. Nur noch ein verschwindend geringer Prozentsatz der Bevölkerung eines Ortes nimmt überhaupt am Kerbgeschehen teil. Das Verlagern gesellschaftlicher Verhaltensweisen in andere Gebiete (Fernsehen, Urlaub, Diskothek), ein Überangebot an Unterhaltungsmöglichkeiten gerade bei den großen Volksfesten in unserer Region (Wäldchestag Frankfurt, Heinerfest Darmstadt, Ebbelwoifest Langen), die fast nicht mehr zu überblickenden, jährlich wiederkehrenden Kultur- und Stadtteilfeste („Altstadtfest” in Neu-Isenburg, „Hooschebaa”-Fest in Sprendlingen, „Weiberkerb”, „Töpfermarkt” und „Burgfest” in Dreieichenhain, „Bachgassenmarkt” in Langen, Historische Märkte und Weinfeste andernorts) und unzählige Straßenfeste, Vereinsabende und Nachbarschaftsgrillparties haben die Kerb ihrer ursprünglichen Funktion beraubt. Ihre alten Bräuche und Riten muten der modernen Gesellschaft wie ein Märchen von „anno-schon-e‘-mals” an. Die Kerb ist nicht mehr „unser”- sie ist lediglich ihren wenigen Organisatoren.

Dies wird oft genug als Mißstand empfunden. Die Kerb wird zwar in allen Orten des Dreieichgebietes mit „Schausteller- und Vergnügungsparks” begangen, aber eine sich aus einer alten örtlichen Sozialstruktur wie selbstverständlich jährlich neu rekrutierenden Kerbburschengruppe gibt es nur noch in Dreieichenhain und Egelsbach. ln Langen und Götzenhain haben sich Kerbvereine gebildet, um die jährliche Kerb mit traditionellen Bräuchen auszugestalten. Wohl unbewußt arbeiten sie hier an einem kleinen Aspekt eines übergreifenden gesamtkulturellen Problems. Der Entfremdung und der Austauschbarkeit des Einzelnen und der Kleingruppe innerhalb der Industriegesellschaft und die äußerst geringen Möglichkeiten an aktiver Mitgestaltung des kulturellen und gesellschaftlichen Umfeldes stehen die praktizierten historischen Bräuche der örtlichen Kirchweihfesten gegenüber, die wiederum letztlich auch Versuche sind, eine mitbeeinflußbare lokale Identität herzustellen. …


Quelle: Landschaft Dreieich 1989

Interview mit Arthur Keim vom März 2013

Interview mit Arthur Keim vom März 2013

von Uwe Schmedemann (Parra Zottel)

Arthur Keim ist heute der älteste noch lebende Kerbborsch von der Harmonie. Er ist 1927 geboren und war 1948 Kerbborsch. Heute ist er 86 Jahr alt und hat mich in seinen Keller entführt. Arthur Keim hat viel zu dem kulturellen Leben in Dietzenbach beigetragen. Sein Keller ist voll mit Bildern, Noten, Texten, Fastnachtsprogrammen und Sitzungen. Es ist unglaublich, was er alles aufgehoben hat. Am 01.März .2013 habe ich mit ihm über die alten Zeiten geplaudert. Es war sehr lustig, da Arthur sehr sprunghaft ist. Im Folgenden habe ich unser Gespräch, in dem es hauptsächlich um die Dietzenbach Kerb ging, zusammengeschrieben. Ich habe lange überlegt, ob ich seine Antworten ins Hochdeutsche übersetze, aber ich glaube Arthur wäre nicht Arthur, wenn ich das täte.

ArthurKeim_2005

U: Erzähl mir doch mal etwas über deine Kerberlebnisse 1948.
A: Die Kerb 1948 war ein einmalisch. Alles war gut, die Leut worn froh, daß de Kriech und die Währung rum worn. Mir hatte en große Ziehwache, da habe mer alles druffgelaade – was die uns all die Leit alles geschenkt hawwe – die hawwe sich so gefreit. Des war einmalisch – des war a Erlebnis – es gab alles was mer hawwe wollte… Ich hab dann vor de Harmonie gestanne, a Leidder nuff un hab gerufe:
„Wem is die Kerb? – unser!“ –
„Kummerad schenk ein,
es muss einmal getrunken sein. …“.

„… wenn dieses Gläschen nicht zerbricht, dann feiern wir unsre Kirchweih nicht…“.

„Wem is die Kerb? – unser
vom Nawwel bis zum Brunser
un der ist unser“

U: Gab es damals auch so etwas wie eine Kerbbobb?
A: Die Kerbbobb hawwe mer zusamme selbstgebaut. Als Gesicht hawwe mer der Bobb so a Laff (Mask von der Fassenacht) druff gesetzt. Die Kerbbobb hawwe donn in de erste Stock in de Hammonie – näwe droa – da is so a Stang noch, dra gemacht.

U: Wurde die Kerbbobb auch mal von anderen Burschen gestohlen und musste ausgelöst werden?
A: Kerbbobbe wurde bei uns nett. So was hat er nicht erlebt.

U: Habt ihr die Kerb verbrannt oder vergraben?
A: Mir hawwe fer unser Kerbbobb en Sarsch gebaut und den hawwe mer an de Harmonie verbrennt.

U: Hattet ihr vor der Harmonie eine Kerbbaum aufgestellt?
A: Mir hatte en Kerbbaum, so’n Meter hoch. An de Harmonie, vorne im erste Stock, da hawwe mer a Laader hingestellt, do bin ich anuff gekrebbelt unn hab von owwe de Kerbbaum befesitischt.

U: Gab es bei euch einen Kerbparre?
A: De Hottes war unser Kerbparre. Der hat auch die Kerbpredigt gehalte. Dess woar friher moin Nachbar, de Hottes hot der geheise. Der hat in de Babehäuser Stros damals gewohnt. Do wor die Schreinerei Spielmann war. Do wor doch die Bäckerei Mauté, wasste des noch?

U: Was habt ihr während der Kerb so angestellt?
A: Mir sin so rum gezoche … in de Harmonie ham mer meistens gefeiert – dann sinn mer in Linde unn sinn in de Löwe – dann üwerrall rum. Die Wertschaffte – da wor ja – was hat’n Ditzebach fer Wertschaffte gehabbt 48? Da woar des Kinno noch do, de Hofferbert un der hot ach a Kneip unn die Wolfsschlucht – un de Deckmann und de Löwe , Dess iss alles nett mehr da, un im Löwe is aach nix mehr los, ferdisch gell. Lieder hawwe mer viele gesunge:

„ Es welken alle Blätter, sie fallen alle ab – uff die Kerb.
Unn mein Schatz hat hat mich verlassen
und mein Schatz hat hat mich verlassen
ist Jahre lang schon fort. Iss Jahre lang schon fort
Ins Kloster wollt sie gehen,

U: Auf den Fotos von 1948 sieht man einen Bären, ein Mann mit großem Schlapphut und ein als Mädchen verkleideter Kerl. Was hatte es damit auf sich?
A: Einen Bär habe wir gemacht, der lebt aach nett mehr – der woar vun de Diebojer – waste wo die Diebojer aus de Borngass – Fenchel. Der Bär war der Fenchel (Diebojer). Der Diebojer hatte 14(?) Kinder und noch 2 newe her. Der Mann mit dem Schlapphut. Das war der Schorsch Jünger, der lebt aach nett mehr. Des Mädche hat de Jünger gemocht.

U: Kannst du mir noch was aus deiner Kindheit über die Kerb erzählen?
A: Ich bin 1927 geboren, 1933 is de Hitler drann gekommen da bin ich in die Schul gegangen. Was vorher war, dess kann ich nett erzähle. Dess is schwer zu soache, do is ja kaaner mer doo.

U: Hattet ihr Kerbkränze?
A: Mir hawwe ach Kerbkränz gebunne. Vor jedem Wirtshaus hing so n Kranz. Wir warn damals in der Harmonie, da hawwe mer en Kranz gebunne un drausse uffgehängt.

U: Wie habt ihr Kerbborsche euch damals kennengelernt?
A: Wir warn all Handballer – wir warn ja lange im Milchhof, in de Harmonie gewese. Dess war einmalisch dort, auch im Saal hinne.

U: Gab es jemanden, der Euch angestiftet hat, Kerbborsch zu machen?
A: Es war niemand da, der gesagt hat – Ihr seit jetzt Kerbborsche – Wir hawwe des von uns aus gemacht. Es war immer en anderer Jahrgang, awer ich hab des lang gemacht. Ich hab auch viele Kerbrede gehalte.

U: Hat euch jemand gesagt, was ihr als Kerbborsch tun sollt/ müsst?
A: Nein, dess ging ja nach Talent. Ich hab mir Notize gemach, dass ich so was wie a Kerbrede halte konnt.

U: Gab es auch während des Kriegs eine Kerb?
A: Während des Kriegs bis 47gab’s keine Kerb. Es war ja nix da! Mir hawwe gehamstert. Sind iwwerall rumgefoarn Damals warn mer Dorf, mit Wiesen und Felder. Meine Mudder hat de Bauern geholfe. Wir hatten auch Äcker gehabt. Da hawwe die Bauer gepflücht. Wir hatte a Baumstück mit Äbbel gehabt, die hawwes e uns geklaut, hawwe se abgesäscht. Da gibts auch a Anekdote:
Wir hawwe mol annen erwischt, der die Äbbel geklaut hat. Da hawwe mer de Bolizei Bescheid gesacht, was mer donn mache solle? Un des warn Diebojer, en Diebojer Christian – die hawwe in de Borngass gewohnt – die hawee viel Kinn gehaobt. Moin Vadder hot sich donn beschwert, was soll ich’n do mache. Uff an mal sinn mer hingekomme, da warn die Bäum links und rechts angesäscht. Des hawwe mer donnn zugebunne und mit Teer bestriche, dess hat dann noch 2 Joar gedauert, dann worn se fort.

U: Ihr wart ja die ersten Kerbborsche nach dem Krieg. Wusstet ihr noch wie die Kerbborsche vorm Krieg gefeiert hatten?
A: Dess waas ich nett mer. Awwer mein Vadder war ach mal als Kerbborsch dabei. Mein Vadder warn en mords Sänger.

U: Hat dir dein Vater erzählt, wie die das früher so gemacht hatten?
A: Ich bin nett so wie mein Vadder. Moi Mudder wor a geborene Spielmann und kaan Kabbekeim.,Früher hawwe zu meim Vadder gesacht, de Kabbekeim. Der hat Hüt verkauft.

U: Hattet ihr gemeinsame Aktionen zusammen mit der Kirche
A: Zu meiner Kerbborsche-Zeit war nix, später hatte mir de Wiegand, der war in Ordnung. Kerbmontach is der immer in die Linde komme und hat gesacht: „Ich bin der Vertreter Gottes“. De Montagsfrühschoppe war immer es schönste, in der Linde. Und als die Ingrid es letzte mal da war, da hat die Runde raußgeschmisse, mein lieber Mann. Eine prima Frau war dess. Des is doch depp, da steht die Linde, die älteste Wirtschaft, leer. Was war dess früher so sche, vorne hawwe se Äbbelwoi gemacht. Da war alles da.

U: Wart ihr in der Bevölkerung gerne gesehen?
A: Damals hat es ja noch Vereine gegeben, de Frohsinn im Löwe und die Milchhöfer warn in de Harmonie. Die Torngesellschaft die war in…, dess waas ich nett mehr. Ich hab aach früher bei de Torngesellschaft Handball gespielt. Dess war im Kriech, da warn mer mal in Steinfurt und de Winkel Hermann – der lebt ach nett mehr -. Da hwwe mer Handball gespielt, und da musste mer antrete, da is ahner komme, a Hakekreuz nehwe druff: „Die Haarn sinn nett geschnitte! Rauß, hot der gesacht.“ Da hat de Herbert gesacht: „allee“ (wir gehen) ihr Buube – „Warum ?“ –„Des is uns egal, ja dann spiele mer nett!“ Un dann durfte mer doch spiele – so Idiote.

 

Repräsentanten und Würdenträger

Kerbvadder / Kerbmodder

Sie sind natürlich nicht die Eltern der Borsche, aber fühlen sich für ihre anvertraute Brut während der Kerb und deren Vorbereitungszeit für sie verantwortlich. Sie haben immer ein heimeliges Plätzchen für die ausgezehrten oder abgestürzten Borsche. Sie versorgen sie mit nahrhaftem Essen und stehen ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite. In der heutigen Zeit übernehmen meist Wirtsleute diese anspruchsvolle Rolle. Früher haben dies teilweise die leiblichen Eltern eines Kerbborschen übernommen.

HorstBuch1980 Kerbeltern2009 2

Horst Buch (1980) und Marion und Ralf Ravensberger (2009). Allesamt waren sie Wirte in der Licher Pilsstube

Kerbparre

Es ist der geistige Anführer der Kerbborschen. Er wird während der Kerbvorbereitungszeit von den Borschen gewählt. Gut, es kommt auch vor, dass er einfach von ihnen bestimmt wird, aber wichtig ist eigentlich nur, dass es einen gibt. Der Parre hat am Freitag die Aufgabe die Kerbrede zu halten und die Kerbbobb zu taufen. In dieser Rede fasst er zusammen, was in Dietzenbach im letzten Jahr so los wahr. Dabei bekommt bestimmt jeder sein Fett weg. Zum Abschluss steigt bewaffnet mit einem Schnaps auf eine Leiter und verkündet mit folgendem Spruch die Kerb als eröffnet:

„Die Sonne geht im Osten auf und geht im Westen unter

ich binn die Laider nuffgestiehe und stei se aach wieder nunner
doch wenn dies Gläschen nicht zerbricht
feiern wir unser Kirchweih nicht.

Hoch ist der Himmel, klein ist das Loch
dick ist der Stempel, anoi muß er doch“

laider1948

Arthur Keim (1948)

Dann trinkt er das Gläschen aus und zerschmettert es. Er steigt von der Leiter und stimmt zusammen mit den Kerbborschen das Dietzenbacher Kerblied an. Während der Kerb leitet er die Aktionen der Kerbborschen Zum Abschluss der Kerb findet Dienstags traditionell die Kerbverbrennung statt. In diesem Rahmen hält der Parre die sogenannte Grabredd. In dieser Rede lässt er die Kerb Revue passieren und erzählt so einige Anekdoten. Falls es Kerbborschen-Anwärter für das nächste Jahr gibt, werde sie mit Klobürste und Wasser eingesegnet. Anschließend trägt der Parre die Dietzenbacher Version der Bergpredigt vor. Zum krönenden Abschluss richtet er seine weisen Worte an die Kerbbobb. Diese wurde bereits am Nachmittag vom Baum geholt und sieht bereits auf dem „Scheiterhaufen“ wartend, ihrem Ende entgegen. Er zündet den Scheiterhaufen an und alle Kerbborsche weinen um das Ende der Kerb.

KerbbobbVorDerVerbrennung verbrennung2009

vorher, nachher

Parre1979 Parre2004 Parre2006 Parre2007 Parre2008 DieParre2012

Kerbparre von Rainer Rill(1979), Rainer Rill, Peter Maul und Reiner Wagner(2004), Markus Rill (2006), Benny Heidenreich (2007), Manuel Sundt (2008), Uwe Schmedemann und Marco Krebs (Fahnenjahrgang 2012)

Bembelträger

Der Bembelträger oder früher Munschank (es können bei großen Gruppen auch mehrere sein) ist verantwortlich für das Wohlbefinden auf Touren oder „Außen-Einsätzen“. Er führt stets einen gut gefüllten Bembel mit sich. Seine wichtigste Aufgabe ist es, dass dieser nie leer wird. Das bedeutet, dass z.B. bei der Kneipentour der Wirt, bei dem man sich befindet, angehalten wird, den Bembel vor dem Verlassen des Wirtshauses aufzufüllen.

Fahnenträger

Er trägt die Fahne des Kerbborschenjahrgangs, die z.B. das Motto des Jahrgangs unterstreicht.

Ehrenkerbborsch

Der Ehrenkerbborsch oder der Schirmherr wird von den Kerbborsche zusammen mit dem Vereinsvorstand ernannt. Es ist in der Regel ein Mann, der dem Verein oder der aktuellen Kerb einen großen Dienst erwiesen hat. Oft wurde diese Ehre z.B. dem amtierenden Bürgermeister verleihen, sofern er sich für diese Tradition mit allen Kräften einsetzt.

Der zu Ehrende muss an der Kerbansprache in schwarzer Hose und weißem Hemd erscheinen. Der Kerbparre ehrt ihn in einer kurzen Ansprache und legt ihm den traditionellen Hut und eine grüne Schärpe an. Anschließend wird er vom Kerbparre gesegnet. Während der Kerbzeit sollte er sich mit diesen Kerbattributen schmücken, dass es auch ein jeder sieht.

Gefolge

Das Gefolge besteht aus der Zischeunern, dem Bären und seiner Dompteuse. Das Gefolge unterstützt die Kerbborsche bei ihren Aktivitäten. Gerade beim Frühstück einholen spielen sie eine Hauptrolle

Zischeunern

Die Dietzenbacher hatten früher angeblich dunklere Haut als die Menschen in den anderen Dörfern und dazu schwarzes Haar. Das soll der Grund dafür sein, dass die Dietzenbacher von den Menschen aus den Nachbardörfern „Zischeuner“ tituliert wurden. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Dietzenbach zusammen mit Dudenhofen die einzigen protestantischen Dörfer im damaligen „Rod-Gau“ (Ein Untergau des Main-Gau) waren. Für die Katholiken waren die Protestanten „Heiden“ (Ungläubige). Und Heiden wurden damals mit Zischeunern in einen Topf geworfen. Übrigens lautet das dialektische Wort für Heiden in unserer Gegend „Hare“. Auch das ist eine Titulierung für uns Dietzenbacher. Es gibt noch viele Geschichten zu diesem Thema. Aber lange Rede kurzer Sinn: Wir Dietzenbacher haben eine gewisse Affinität zu dem Wort Zischeuner.

Die Kerbborsche haben seit nachweislich 1948 in ihrem Gefolge eine Zischeunern. Der Grund dafür könnte auch diese Sage sein:

“Zigeuner hat es Ende des 16. Jahrhunderts auch nach Umstadt in den Odenwald verschlagen. Dort lasen die Frauen den Dorfbewohnern die Zukunft und die Männer überfielen als Banden das eine oder andere Gut. Eines Tages rüsteten sich die christlichen Dorfbewohner und griffen nachts die Zigeuner an. Eine junge großgewachsene Zischeunern namens „Henni“ konnte zusammen mit ihrem Esel dem Gemetzel entkommen. Durch den Wald kam über Urberach auf einen Hügel. Dort lebte sie alleine viele Jahre. Sie kam zum Zukunftslesen und Heilen regelmäßig nach Dietzenbach. Die Menschen achteten die charismatische Zischeunern sehr und gaben ihr für ihre Weissagungen Essen und Dinge für das tägliche Leben. Aber keiner wusste wo sie lebte. Bis ihr eines Nachts der hiesige Förster folgte. Bald darauf kannten die Dietzenbacher ihren Lagerplatz. Sie besuchten die Zischeunern oft, holten Rat und versorgten sie. Aber eines Tages war sie verschwunden. Noch viele Jahre später sprachen die Menschen, die den Hügel aus der Ferne sahen, von dem Berg auf dem die Hexe wohnte. Seitdem trägt der Hügel den Namen Hexenberg.

Quelle: Zusammenfassung aus einem Artikel des Langener Wochenblatts Nr. 18 vom 2. Mai 1862

Wahrscheinlich angelehnt an diese Sage läuft in Dietzenbach die Zischeunern am Kerbsamstagmorgen mit den Kerbborsche durch die Altstadt. Dort erbettelt sie das Frühstück für sich, die Kerbborsche und das restliche Gefolge. Die Zischeunern begleitet die Kerbborsche auch während der Kerbzeit bei den Touren über den Kerbplatz.

Bär und Dompteuse

Der Bär symbolisiert die früher auf Kirchweihfesten üblichen Tanzbären. Dass der Bär nicht einfach so frei herumläuft und die Dietzenbacher in Angst und Schrecken versetzt, wird die Dompteuse auf das Tier aufpassen. Auf dem Kerbplatz freuen sich die kleinen Kerbbesucher immer gerne an einigen Kunststücken (Tanzen, Süßigkeiten verteilen…), die der Bär unter Aufsicht der Dompteuse aufführt.

 

Zigeunerin1948bär1948 Zigeunerin2009 Zigeunerin2010

Zischeunern und Bär 1948, Philip Woyke/Marwin Lux (2009) und Lisa Sundt/Jonas Kramer (2010)

Symbole unserer Kerb

Die Symbole unserer Kerb sind der Kerbbaum, der Kerbkranz von Männerhand, gewickelt aus Selleriekraut und behängt mit bunten Bändern und der Kerbbobb. Selbige ist von Männerhand aus Stroh und Heu ordentlich bekleidet herzustellen und dient als Wahrzeichen und Schutzpatron der Kerb und des jeweiligen Kerbjahrgangs.

Der Kerbbaum

Mittags am Kerbfreitag fahren die Kerbborsche in den Wald und fällen eine möglichst gerade gewachsene Fichte von ca. 10-20 m. Beim Fällen darf die Fichte nicht zerbrechen. Besonders die empfindliche Krone muss erhalten bleiben. Der Rest des Stammes wird entastet. Der so preparierte Kerbbaum wird z.B. Traktor und Rolle unter viel Gesang der Borsche durch die Stadt zum Aufstellplatz gebracht. Dort angekommen sollte er möglichst durch reine Manneskraft mit Hilfe von Stangen und Seilen aufgestellt werden. Traditionell gibt es nach der schweren Arbeit ein gepflegtes Bier und lecker Erbsesupp für alle Beteiligten.

Der Kerbkranz

Der Kerbkranz wird von Männerhand aus Selleriekraut gewickelt und mit bunten Bändern behängt. Die spezielle Technik des Kranzbindens kennen in unsere Stadt leider nur noch wenige Altkerbborschen.

Die Kerbbobb

Die Kerbbobb wird 2 Wochen vor der Kerb von ihren Kerbborschen, bei gleichsamen üben des Kerbliedgutes, gebaut. Unterstützt durch deftige Speisung meist in Form von Hausmacher Wurst und Handkäse. Als geeignetes Getränk dient natürlich passend zur Jahreszeit Soise, Rausche und Äbbelwoi. Gegen das ein oder andere Schnäpschen ist auf Grund der Außentemperaturen nichts einzuwenden. Sodann wird die Kerbbobb im Dunkeln unter Verschluss gebracht und vor fremden Einblicken geschützt. Auch wird an diesem Tag der passende Name zum Aussehen der Kerbbobb überlegt. Der Name sowie die Bobb werden bis zum Kerbantrinken geheim gehalten. Die Kerbbobb ist das Heiligtum des Kerbborschenjahrgangs und steht natürlich unter dessen Schutz.

So unterliegt dieses Brauchtum festen Regeln.

  1. Die Kerbbobb ist so am Kerbbaum anzubringen, dass es etwaligen Übeltätern schwer fällt sie von dort zu entführen. Ist ein Stellen des Kerbbaums nicht möglich, muss jedoch zu mindestens der Kranz aufgehängt sein, so dass darunter die Kerbbobb auf ihrem Stuhl ihren Platz findet.
  2. Taufe und Bekanntgabe des Namens der Kerbbobb beim Kerbantrinken
  3. Die Entführung der Kerbbobb erfolgt niemals durch am Kerbjahrgang beteiligte Personen.
  4. Der Klau darf nur von maximal 3 Personen begangen werden.
  5. Zum Diebstahl dürfen keine technischen und mechanischen Hilfsmittel benutzt werden.
  6. Wird man bei der Tat entdeckt, so muss unbedingt davon abgelassen werden.
  7. Ist die Tat geglückt, so darf vom jeweiligen Kerbjahrgang oder dessen Wirt eine Auslöse gefordert werden, die entsprechend der Personenzahl in Speis und Trank ausgegeben wird.
  8. Die Kerbbobb darf in keinem Fall Schaden nehmen und muss nach Einigung in ordnungsgemäßen Zustand wieder zurückgegeben werden. Keinesfalls darf sie eigenmächtig vernichtet werden.
  9. Die Vernichtung der Kerbbobb wird als Frevel und Ehrverletzung betrachtet und dementsprechend geahndet. Die Kerbbobb ist Eigentum der Kerbborsche oder des Kerbvereins.
  10. Die Kerbbobb wird vom jeweiligen Kerbparre zu Grabe getragen und somit symbolisch dem Feuer zugeführt. Diese Zeremonie darf nur durch den jeweiligen Kerbparre durchgeführt werden. Sollte es keinen Kerbparre geben, bestimmt der Kerbverein eine geeignete Person dafür.
  11. Zuwiderhandler sollen mit Schimpf und Schande aus dem Ort getrieben werden.
Niederschrift der Überlieferung: 06.04.2012 durch 1. Vorsitzenden Peter Maul

Regeln, Rituale und Würdenträger unserer Kerb

Leider sind unsere Traditionen meist nur mündlich überliefert.

Hier findet ihr Überlieferungen, die fleißige Menschen in der letzten Zeit zu Papier gebracht haben.

Wir sind aber dabei diese zusammenzutragen und werden sie veröffentlichen.

Damit ihr aber nicht ewig warten müsst, bis das Gesamtwerk fertiggestellt ist, werden wir euch diesen „unfertigen Bereich“ jetzt schon zugänglich machen.

Falls euch auch Überlieferungen bekannt sind, oder ihr Fehler entdeckt, könnt ihr euch natürlich jederzeit bei uns melden.

Symbole unserer Kerb –>

Repräsentanten und Würdenträger –>

Rituale –>

Dietzebächer Kerb (Hedi Weilmünster)

„Dietzebächer Kerb”

Hedi Weilmüster erzählt über die alten Zeiten…

„Wenn wir so zurückblicken, wie es früher war,
gibt’s keinen Vergleich mehr, ganz klar.
Die „Kerb“ war der höchste Feiertag im Ort,
es blieb keiner daheim, drei Tag ging’s fort,
aber bis es soweit war mit de „Kerb“, oh jeh,
in jedem Haus hat man die Frauen beim „Kerbputz“ geseh‘,
denn viel Verwandtschaft hatte sich zum Besuch angemeld.
Es ganze Haus wurde uff de Kopp gestellt.
Für die Weibsleut war’s in der „Kerbwoch“ auch eine Tour,
denn „in der Reih“ sein mußte die Frisur;
schon ganz früh im Morgengraun
standen in Schlangen beim Friseur die Frau’n.
Am Kerbsamstag ging’s dann beim Bäcker hoch her,
Bleche voll Kerbkuche wurden heimgetragen, der
schmeckte sehr.

Auch beim Metzger ging es rund,
ganze Berge Fleisch, ach wieviel Pfund
wurden an Kerb so verkonsumiert.
Aber der „Kerbochs“ wurde vor’m Schlachten erst durch’s Dorf geführt.
Samstagabend ging’s dann schon zum Tanzen fort,
bei 3000 Einwohner waren sieben Säle im Ort;
man konnte sich in der Turnhalle, im „Löwen“ und
im „Milchhof“ zum Tanz einfinde
ebenso auf dem Wingertsberg, in der „Harmonie“,
„Kron“ und „Linde“.
Und alle Säle waren gestoppte voll,
die „Kerb“ wurde angetrunken, es war toll,
natürlich bekamen die Frauen, lange vorher schon
ein neues Kerbkleid, dies war Tradition.
Sonntags nachmittags mit Kind und Kegel es auf den Kerbplatz ging;
an jedem Wirtshaus ein ausgestopfter „Kerbborsch“ hing;

Ein Kerbbaum war natürlich auch gesteckt,
und die „Kerbborsche“ hatten eine „Kerbredd“
ausgeheckt; doch dies war für manche nicht immer ’ne Freud
denn „auf die Schipp“ genomme hawe se die Leut.
Sonntags abends waren Säle und Wirtschafte wieder voll bis „hinnewitt“.
Rippche und Kraut gab’s und Äppelwoi nach alter Sitt‘.
Das „Kerblied wurde gesunge, Stimmung herrschte bis morgens früh;
gar mancher konnte net mehr grad heimgieh.
„Kerbmontag“ in der Früh zogen die „Kerbborsche“
dorch die Stroße, sie sangen mit rauhem Hals und hawe geblose
und sammelten Geld in de Geschäfte un bei de Leut
un hawe sich dann uff de Frühschoppe gefreut.
Da war was los in de Wirtshäuser, ei-ei-ei,
auch Auswärtige kamen in Massen herbei;
beim „Fischer“, „Hofferberth“ in der „Wolfschlucht“ und bei’m „Deckmann“
traf man viele Kerbgäst‘ bei Essen und Trinken an.
Für Kinder natürlich der „Kerbplatz“ die Hauptsach‘ war
und ganz besonders das „Kerbgeld“, klar.
Am Harmonieplatz einige Zuckerständ‘ warn,
man ist Kinderkarussel und Schiffschaukel gefahr’n.
Dienstagabend sind die Leut‘ wieder auf den Kerbplatz gerennt,
denn dort wurde nun der „Kerbborsch“ verbrennt;
das bedeutet, die „Kerb“ wird begraben nach altem Brauch,
und beerdigt wurde der „Borsch“ dann auch;
und nach alter Dietzenbacher Sitt‘
sangen die Leute das „Kerblied“ mit.

„Es welken alle Blätter“, so fing an das Lied
„Sie fallen alle ab uff die „Kerb“ es weiter gieht;
es hatte sechs Strophen, die Melodie war en de Reih,
und danach war dann die „Kerb“ vorbei.

Quelle:
Dietzenbach – Anno dazumal
Hedi Weilmüster

Die erste Kirchweih

Im dreißigjährigen Krieg wurde das Kirchenschiff unserer evangelischen Kirche schwer beschädigt und seither nur notdürftig geflickt. Außerdem ist sie, für die in den letzten Jahrzehnten, angewachsene Gemeinde viel zu klein geworden. In den Jahren 1753/54 erhält unsere Kirche ein neues Kirchenschiff. Das Kirchenschiff wird mit dem, vorher separat stehenden Kirchturm, zu einer baulichen Einheit verbunden. Am 27. Oktober 1754 ist es dann vollbracht. Seitdem wird bei uns jedes Jahr an diesem Wochenende Kirchweih (Kerb) gefeiert. Fällt der 28. Oktober auf einen Sonntag, wird an diesem Wochenende Kerb gefeiert. Fällt der 28. Oktober auf einen Wochentag, dann ist die Kerb am darauf folgenden Wochenende.
(Quelle der Datumsberechnung: Christuskirchengemeinde Dietzenbach)

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Bildquelle:
775 Jahre Dietzenbach
Heimat- und Geschichtsbuch
Gisela Rathert und Detlev Kindel
Herausgeber:
Magistrat der Stadt Dietzenbach

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