Der Kerbverein Dietzenbach hat einen neuen Vorstand gewählt. Einstimmig bestätigten die Mitglieder Peter Maul als Ersten Vorsitzenden. Uwe Schmedemann als zweiten Vorsitzenden, Dennis Samarzija als Kassenwart. Lisa Sundt als Pressewartin und Michael Hain als Beisitzer des Vorstandes. Diese Konstellation wird von nun an die Geschicke des Vereins für die nächsten zwei Jahre leiten, Marion Ravensberger, die vormalige zweite Vorsitzende, hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet, um jüngeren Vereinsmitgliedern den Weg in den Vorstand des Kerbvereins zu ermöglichen. Nichtsdestoweniger wird sie dem Vorstand weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bürgermeister Rogg, neu gewählter Revisor, sagt auch weiterhin seine Hilfe und tatkräftige Unterstützung zu, damit diese Dietzenbacher Tradition auch in Zukunft weiterleben und weitergegeben werden kann. Auch über die vielen konstruktiven Vorschläge und Meinungen der Mitglieder war der Vorstand sehr erfreut. Foto: p
Kerbverein stellt sich in seiner Mitgliederversammlung neu – und verjüngt – auf
„Wem ist die Kerb? Unser! „: Im Theater „Schöne Aussichten“ haben die Mitglieder des Kerbvereins einen neuen Vorstand gewählt. Vorsitzender ist und bleibt Peter Maul, der bisherige Pressewart Uwe Schmedemann ist nun sein Stellvertreter. – Foto: p
DIETZENBACH – In 39 Wochen ist in der Altstadt Kerb. Das ist natürlich noch eine ganze Weile hin – aber Spaß macht der bis auf die Sekunde herunterzählende Kerb-Countdown „im Internet (www.kerbverein-dietzenbach.de) trotzdem. Aktueller ist die Nachricht, dass der Kerbverein bei seiner Mitgliederversammlung in der Kerbzentrale, dem Theater „Schöne Aussichten“, einen neuen Vorstand gewählt hat: Einstimmig bestätigten die Mitglieder Peter Maul als Vorsitzenden und wählten Uwe Schmedemann als dessen Stellvertreter. Marion Ravensberger, bis dato stellvertretende Vorsitzende, hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet, um jüngeren Mitgliedern den Weg in den Vorstand zu ermöglichen, wie die neu gewählte Pressewartin Lisa Sundt mitteilt. Dennis Samarzija sitzt als Kassenwart, Michael Hain als Beisitzer im neuen Vorstand. Sie alle leiten die Geschicke des Vereins für die nächsten zwei Jahre. Mit dabei ist auch Bürgermeister Jürgen Rogg. Als neuer Revisor sagte er seine Hilfe und tatkräftige Unterstützung zu, damit die Kerb-Tradition weiterleben und weitergegeben werden kann. – nl
Am 31. Oktober war es soweit: Die Kerb in Dietzenbach hat begonnen. Ein Haufen gut gelaunter Jungs – die „Kerbborsche“ – ist in den Stadtwald gefahren, um sich ihren Kerbbaum für 2014 auszusuchen. Dieser wurde geschmückt und schließlich neben dem Feuerwehrmuseum aufgestellt. Am Abend des 31. wurde die Kerb dann feierlich eröffnet mit der alljährlichen Kerbrede.
Aber was ist eigentlich der Anlass zur Kerb? Hier nun ein kleiner geschichtlicher Exkurs: Die Kerb, auch „Kirchweih“ genannt, wird anlässlich des Geburtstages (Tag der Fertigstellung) der evangelischen Kirche in der Altstadt gefeiert – 2014 war es der 255. Geburtstag. Das Kirchweihfest findet am letzten Oktoberwochenende statt, beginnt freitags mit der Kerbansprache“ und endet dienstagabends mit der „Grabrede“. Bei der Grabrede wird die „Kerbbobb“ verbrannt. Das ist eine Strohpuppe, die von den Kerbborschen gebaut wird und seinen Platz hoch oben in der Krone des eingangs erwähnten Kerbbaumes findet. Am letzten Tag wird sie zu Grabe getragen und verbrannt. Mit der Bobb geht auch die Kerb zu Ende.
Ich möchte mich in diesem Artikel nun kurz fassen, denn die komplette Tradition der Dietzenbacher Kerb nimmt dann doch zu viel Platz weg. Einen Punkt möchte ich noch erwähnen: Die Kneiptour der Borschen. Diese findet am Kerbsamstag statt. Die Jungs überlegen sich eine Route, um möglichst vielen Gaststätten in der Stadt einen Besuch abzustatten. Während sie um die Häuser ziehen, singen sie lauthals traditionelle Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. In diesem Jahr hatten die Buben einen sehr begeisterten Zuhörer: Den Besitzer der „Goldgrube“. Er stand gerade vor seinem Eingang, als der Haufen Leute singend an ihm vorbei in die benachbarte Kneipe einziehen wollte. Mit großen Augen aber sperrte er seine Tür weit auf und lotste den fröhlichen Trupp hinein. Die Gäste hielten inne, drehten die Köpfe und waren sichtlich angetan von dem unbekannten bunten Treiben. Der Ladenbesitzer verlangte eine Zugabe nach der anderen und spendierte jedem Durchreisenden ein Bier. Es war ein Spektakel. Als würden zwei Welten aufeinanderprallen, sich dabei jedoch bestens miteinander verstehen.
Ich persönlich war zunächst skeptisch. Die Kerbborschen mochten so gar nicht in das Bild dieses Etablissements passen. Aber man wurde mit weit ausgebreiteten Armen – auch von den Gästen – empfangen und sogar Fotos wurden geschossen
und gefilmt. Ich war mal auf eine iranisch-türkische Hochzeit eingeladen. Das hat in mir wahrscheinlich denselben Effekt ausgelöst.
Lisa Sundt
Quelle: DIEtZEITUNG 3. Ausgabe 2014
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